Der Klinikarzt 2007; 36(5): 290
DOI: 10.1055/s-2007-984808
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Perioperative Schmerztherapie - Klares Konzept und Akutschmerzdienste sind ein Schlüssel zum Erfolg

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Publication Date:
27 June 2007 (online)

 
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Die Schmerztherapie im Krankenhaus ließe sich durch eine Optimierung der organisatorischen Abläufe und durch die Etablierung von Akutschmerzdiensten verbessern, glaubt Dr. Thomas Cegla, Wuppertal. Stufenschemata zur Schmerztherapie können auch in der Klinik hilfreich sein, sollten aber individuell nach dem Schmerzgrad der Patienten eingesetzt werden.

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Akutschmerzdienst: Interdisziplinären Konsensus umsetzen

Eine qualitativ hochwertige Schmerztherapie im Krankenhaus ist essenziell für eine beschleunigte Rekonvaleszenz der Patienten, sagte Cegla. Der Anästhesist befürwortet daher die Etablierung von Akutschmerzdiensten (ASD) in Kliniken, durch die sich Komplikationen bei Schmerzpatienten vermeiden ließen. Derzeit hält jedoch schätzungsweise nur etwa jede dritte Klinik einen Akutschmerzdienst vor.

Für die Umsetzung von Leitlinien und schmerztherapeutischen Vereinbarungen ist ein Konsens innerhalb der Klinik notwendig, betonte Cegla. Daher forderte der Anästhesist fachübergreifende Teamkonferenzen, in die auch der Pflegedienst mit einbezogen ist.

Basisanalgetika sollten seiner Meinung nach abgestuft nach den je nach Eingriff zu erwartenden Schmerzen eingesetzt und mit einer Bedarfsanalgesie gekoppelt werden. Bei kleineren Eingriffen im Skelett- und Weichteilbereich sind zur perioperativen Analgesie Nichtopioide wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) bzw. Coxibe und Metamizol, eventuell in Kombination mit Opioiden, indiziert.

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Präoperative Gabe von Coxiben reduziert postoperative Schmerzen

Ersten Untersuchungen zufolge ist es eventuell günstig, Coxibe mit günstigem Nebenwirkungsprofil schon präoperativ einzusetzen, sagte Cegla. In einer skandinavischen Studie erhielten 30 Patienten, bei denen eine laparoskopische Schulteroperation vorgenommen wurde, einmalig eine Stunde vor dem Eingriff 120 mg Etoricoxib oder Placebo [2].

Beide Gruppen wurden unter Vollnarkose operiert und erhielten zusätzlich eine regionale Analgesie. Unter Etoricoxib waren die postoperativen Schmerzen bis zum siebten Tag reduziert. Zudem waren weniger Analgetika zur Schmerzlinderung erforderlich.

Ähnliche Ergebnisse zeigt eine Studie mit insgesamt 75 Patienten, denen laparoskopisch Gallenblasen entfernt wurden. Auch hier reduzierte die präoperative Einmalgabe von Etoricoxib den postoperativen Opioidverbrauch deutlich - im Vergleich zur Placebogruppe etwa um die Hälfte [1].

Bei Patienten oder Eingriffen mit erhöhtem Analgetikabedarf empfahl Cegla den Einsatz patientenkontrollierter Analgesieverfahren (PCA) über Medikamentenpumpen oder regionalanästhesiologische Verfahren über Katheter. Beide Verfahren garantieren eine bessere Qualität der Analgesie bei geringerer systemischer Belastung. Auch die Vigilanz bleibe erhalten, schloss Cegla.

Roland Fath, Frankfurt

Quelle: Lunchseminar "Update: Schmerztherapie im Krankenhaus", im Rahmen des Deutschen Schmerztages 2007, unterstützt von MSD Sharp & Dohme, Haar

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Literatur

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