Psychiatrie und Psychotherapie up2date 2008; 2(01): 45-60
DOI: 10.1055/s-2007-986230
Essstörungen, somatische Belastungsstörungen, Schlafstörungen und sexuelle Funktionsstörungen

Insomnien

John-Peter Doerr
,
Kai Spiegelhalder
,
Dieter Riemann
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Kernaussagen
  • Ungefähr 10 - 20 % der Bevölkerung leiden an insomnischen Beschwerden.

  • Die Diagnosestellung der nichtorganischen Insomnie verlangt die Symptome einer Einschlaf-, einer Durchschlafstörung oder eines nicht erholsamen Schlafs für die Dauer von mindestens einem Monat. Zusätzlich muss dadurch ein klinisch signifikantes Leiden oder eine Beeinträchtigung im Alltag verursacht sein.

  • Die Existenz des Hyperarousals und das psychophysiologische Modell stellen eine Erklärung für die Genese und Aufrechterhaltung der primären Insomnie dar.

  • Die differenzialdiagnostische Einordnung einer Insomnie ist häufig durch eine ausführliche Anamnese und die Verwendung von Schlaftagebüchern möglich. Eine organische oder psychiatrische Genese der Insomnie sollte stets ausgeschlossen werden.

  • Bei chronischen oder therapierefraktären insomnischen Beschwerden sollte eine polysomnographische Diagnostik in einem neurologisch/psychiatrischen Schlaflabor erfolgen.

  • Benzodiazepin-Rezeptor-Agonisten, sedierende Antidepressiva wie Trimipramin, Doxepin und Trazodon sowie der synthetische Melatoninagonist Ramelteon sind therapeutisch bei primärer Insomnie wirksam. Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit in der Langzeitbehandlung stehen allerdings noch aus.

  • Die Psychoedukation bzw. die Aufklärung über die Regeln der Schlafhygiene sowie die spezifischen kognitiv-verhaltenstherapeutischen Interventionen haben sich auch in der Langzeittherapie als wirksam erwiesen.



Publication History

Publication Date:
12 December 2007 (online)

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