Dass sich die sagittale Geometrie eines Femur-Komponentes auf die Kinematik des Gelenks im Patienten auswirkt, lässt sich sicherlich nachvollziehen. Darüber hinaus ist es auch nicht überraschend, dass ein im Prinzip gekoppeltes Design, wie bei der Einzelradiusprothese vorhanden, zu einer geringeren Verschiebung der Rotationsachse während der Beugung und Streckung des Gelenks führt, als beispielweise bei der Doppelradiusprothese, die ein weniger kongruentes Design aufzeigt.
Die Fluoroskopie, die von Autor S. Banks mitentwickelt wurde, ist ein wichtiges und innovatives Verfahren, das es erst überhaupt ermöglicht hat, genaue Bewegungsabläufe am Patienten zu untersuchen. Die Autoren sehen in der FHA ein objektives Messverfahren, das unabhängig von anatomischen Landmarken und deren Lokalisierung arbeitet, das aber noch nicht die Anerkennung hat, der diese innovativen Messtechnik eigentlich zukommen sollte. Leider reduzieren die Autoren aber die in den FHA erhaltene Information auf zwei auf die Femur-Komponente bezogene Parameter. Weil diese beiden Parameter nur Aussagen über die Abweichung der FHA relativ zu einer in der Prothese verankerten mediolateralen Achse, aber nicht über den Verlauf der FHA zulassen ist ein sinnvoller kinematischer Vergleich nicht möglich.
Um beurteilen zu können, ob die Prothesengeometrie eine Wiederherstellung der physiologischen Gelenkkinematik zulässt, müsste der Rotationsachsen-Verlauf relativ zu anatomischen Landmarken dargestellt werden, da sich die physiologische Rotationsachse während Kniegelenksextension von posterior nach anterior bewegt. Ob diese, oder eine paradoxe anterior nach posterior Bewegung stattfindet, lässt sich nicht aus den vorgestellten Parametern differenzieren.
PD Dr. Ing. Christof Hurschler
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