Phlebologie 2026; 55(01): 28-32
DOI: 10.1055/a-2696-1958
Curriculare Fortbildung

Einfluss der Ernährung auf die Wundheilung

The Role of Nutrition in Wound Healing

Authors

  • Christian Hollard

  • Regina Renner

  • Cornelia Erfurt-Berge

Eine optimale Nährstoffversorgung spielt bei der Wundheilung eine zentrale Rolle. In jeder Phase – von der Entzündung bis zur Regeneration – benötigt der Körper spezifische Vitamine und Mineralstoffe. Für Menschen, die an chronischen Wunden leiden, ist deshalb eine Fehlernährung besonders riskant. Dabei ist zu beachten, dass eine Fehlernährung mit einem Mangel einzelner Nährstoffe auch bei adipösen Patienten auftreten kann. Zu den für die Wundheilung essenziellen Nährstoffen gehören Proteine, Vitamin C und D, Zink sowie Omega-3-Fettsäuren.

Abstract

Optimal nutrient intake is essential for wound healing. Each phase of this complex process, from inflammation to regeneration, requires specific nutrients. Essential nutrients for wound healing include protein, vitamins C and D, zinc and omega-3 fatty acids. Individuals with chronic wounds are at high risk for malnutrition. It is important to identify nutrient deficiencies, which can occur even in obese patients. This article provides an overview of current guidelines and tools for clinical practice.

Kernaussagen
  • Eine ausgewogene Nährstoffzufuhr ist entscheidend für den Heilungsprozess von Wunden und unterstützt alle Phasen der Gewebereparatur.

  • Ernährungsdefizite und ein unzureichender Ernährungsstatus sind häufige Hindernisse bei Patienten mit chronischen Wunden und sollten frühzeitig durch gezielte Interventionen behandelt werden.

  • Ältere Menschen sollten regelmäßig auf Mangelernährung überprüft werden. Dafür stehen Screening- und Assessmentinstrumente zur Verfügung.

  • Die EPUAP-Leitlinie empfiehlt bei Dekubituspatienten eine erhöhte Energie- (30–35kcal/kg KG) und Proteinzufuhr (1,25–1,5g/kg KG) zur Unterstützung der Wundheilung.

  • Für chirurgische Patienten ist eine prä- und postoperative Ernährung mit ausreichend Energie (25–30kcal/kg KG), Proteinen (1,5g/kg KG) sowie immunmodulierenden Nährstoffen wie Omega-3-Fettsäuren, Arginin und Vitamin C essenziell, um Wundheilung und Genesung zu fördern, Komplikationen zu minimieren und die Krankenhausverweildauer zu verkürzen.

  • Spezifische Mikronährstoffe wie Vitamin C, Vitamin D und Zink fördern die Zellteilung und Kollagensynthese und sind essenziell für eine erfolgreiche Wundheilung.

  • Regelmäßiges Monitoring und eine interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglichen eine gezielte Anpassung der Ernährungstherapie an den Heilungsverlauf.



Publication History

Article published online:
12 February 2026

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