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DOI: 10.1055/a-2704-0458
Prämedikation mit Atropin vor Intubationen
Die Intubation von Früh- und Neugeborenen auf neonatologischen Intensivstationen (NICUs) ist mit physiologischen Reaktionen wie Schmerzen, Hypoxämie und Bradykardie assoziiert. Zur Vermeidung von Bradykardien wird ergänzend zur Standardmedikation Atropin vorgeschlagen. Die Vorgehensweisen sind variabel, und die Evidenz für einen Nutzen des Vagolytikums sind begrenzt. Die Studiengruppe um Afifi verglich in einer doppelblinden randomisierten Studie die Häufigkeit schwerer Bradykardien unter Standardprämedikation plus Atropin mit einer Standardprämedikation plus Placebo.
Schwere Bradykardien traten ohne Atropin mehr als 6-mal häufiger auf. Die gesteigerte Hypoxämierate ohne Atropin führt die Studiengruppe auf die häufigeren Intubationsversuche und die längere Zeit bis zur erfolgreichen Intubation zurück. Atropin maskiere die vagusinduzierte Bradykardie, aber wirke sich offenbar nicht auf die assoziierte Hypoxämie aus. Weitere Studien sollten eine Sauerstoffsupplementierung erproben, ein zerebrales Monitoring beinhalten und sich auf die Hämodynamik fokussieren, meinen Afifi et al.
Publikationsverlauf
Artikel online veröffentlicht:
25. Februar 2026
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