Neonatologie Scan 2026; 15(01): 5-7
DOI: 10.1055/a-2704-0458
Diskussion
Interventionelle Techniken

Prämedikation mit Atropin vor Intubationen

Die Intubation von Früh- und Neugeborenen auf neonatologischen Intensivstationen (NICUs) ist mit physiologischen Reaktionen wie Schmerzen, Hypoxämie und Bradykardie assoziiert. Zur Vermeidung von Bradykardien wird ergänzend zur Standardmedikation Atropin vorgeschlagen. Die Vorgehensweisen sind variabel, und die Evidenz für einen Nutzen des Vagolytikums sind begrenzt. Die Studiengruppe um Afifi verglich in einer doppelblinden randomisierten Studie die Häufigkeit schwerer Bradykardien unter Standardprämedikation plus Atropin mit einer Standardprämedikation plus Placebo.

Fazit

Schwere Bradykardien traten ohne Atropin mehr als 6-mal häufiger auf. Die gesteigerte Hypoxämierate ohne Atropin führt die Studiengruppe auf die häufigeren Intubationsversuche und die längere Zeit bis zur erfolgreichen Intubation zurück. Atropin maskiere die vagusinduzierte Bradykardie, aber wirke sich offenbar nicht auf die assoziierte Hypoxämie aus. Weitere Studien sollten eine Sauerstoffsupplementierung erproben, ein zerebrales Monitoring beinhalten und sich auf die Hämodynamik fokussieren, meinen Afifi et al.



Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
25. Februar 2026

© 2026. Thieme. All rights reserved.

Georg Thieme Verlag KG
Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany