Laryngorhinootologie
DOI: 10.1055/a-2762-4627
Der interessante Fall

Postpartale Hörminderung und Schwindel

Postpartal hearing loss and vertigo

Authors

  • Lukas Poyntner

    1   HNO, Landeskrankenhaus Feldkirch, Feldkirch, Österreich (Ringgold ID: RIN31438)
  • Andreas Oberauer

    1   HNO, Landeskrankenhaus Feldkirch, Feldkirch, Österreich (Ringgold ID: RIN31438)
  • Fabian Sommer

    1   HNO, Landeskrankenhaus Feldkirch, Feldkirch, Österreich (Ringgold ID: RIN31438)

Anamnese und klinischer Befund

Eine 32-jährige Frau wird am 3. postpartalen Tag aufgrund von neu aufgetretenem Schwindel und einer Hörminderung konsiliarisch von der Abteilung für Gynäkologie an der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde vorgestellt. Die Symptome haben unmittelbar nach einer Sectio bei gesunder Einlingsschwangerschaft mit vermehrter intraoperativer Blutung begonnen. Der Blutverlust wird mit mindestens 1200ml angegeben. Die Patientin berichtet zudem über eine Sehminderung. Eine zerebrale Magnetresonanztomografieuntersuchung (c-MRT) wurde am 1. Tag nach der Sectio bereits durchgeführt. Dabei fand sich ein altersentsprechender Normalbefund ohne intrazerebrale Läsionen.

Die Patientin kann aufgrund der ausgeprägten Schwindelsymptomatik und eines reduzierten Allgemeinzustands nur im Liegen untersucht werden, ein Aufsetzen oder Aufstehen führt zu einer deutlichen Verschlechterung der Übelkeit. Sie ist wach, allseits orientiert. In der Untersuchung mit der Frenzel-Brille findet sich ein Spontannystagmus nach rechts. Dieser nimmt bei Blick nach oben und rechts zu. Aufgrund der vegetativen Symptomatik sind sowohl Hörtest als auch Video-Kopfimpulstest nicht möglich. Im klinischen Kopfimpulstest finden sich Sakkaden. Der Verdacht auf eine vestibulocochleäre Störung wird gestellt. Aus der Anamnese ergeben sich keine Vorerkrankungen und keine vaskulären Risikofaktoren. Das Hörvermögen war bisher normal. Insbesondere sind keine Hörstürze bekannt und es gibt keinen Hinweis auf erbliche Risikofaktoren für eine Hörminderung. Die restliche HNO-ärztliche Untersuchung ergibt einen unauffälligen Befund.



Publication History

Received: 25 May 2025

Accepted after revision: 02 December 2025

Article published online:
16 December 2025

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