Fragestellung: Die Diabetes Distress Scale für Typ-1-Diabetes (T1-DDS) ist ein spezifischer Fragebogen,
der diabetesbezogenen Belastungen bei Menschen mit Typ-1-Diabetes (MmT1D) misst. Eine
psychometrische Validierung der T1-DDS an einer deutschen Stichprobe liegt bisher
noch nicht vor. Ziel dieser Studie war die psychometrische Validierung der deutschsprachigen
Fassung der T1-DDS.
Methodik: Die T1-DDS besteht aus einer Gesamtskala der Diabetesbelastungen und sieben Subskalen
zu speziellen Problembereichen (hypoglykämie-, therpie-, ernährungsbezogene Probleme,
sowie Belastung durch Gefühle der Hilflosigkeit, negative Reaktionen Anderer, mangelnde
Unterstützung durch Freunde/Famile und Arzt). Zusätzlich zur T1-DDS wurden der WHO5
zur Erfassung des Wohlbefindens, die Problem Areas in Diabetes Scale (PAID) zur Erfassung
der Diabetesbelastungen, ein Fragebogen zur Erfassung der Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörung,
sowie demographische (Alter, Geschlecht, BMI) und medizinische Variablen (HbA1c, Diabetesdauer,
Hypoglykämien) erhoben.
Ergebnisse: Es beteiligten sich 170 MmT1D (65% weiblich; Alter 32 ± 12 Jahre; BMI 25 ± 5 kg/m2;
Diabetesdauer 18 (± 14) Jahre; HbA1c 7,4%± 1,3%; 17,5% Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörung).
Die T1-DDS zeigt eine sehr gute Reliabilität (Cronbachs α: Gesamtskala: 0,929; Subskalen:
0,783 bis 0,870). MmT1D mit hoher diabetesbezogenen Belastungen hatten einen signifikant
erhöhten PAID-Score (r = 0,876, p < 0,001) und ein geringeres Wohlbefinden (r =-0,598,
p < 0,001). MmT1D mit schweren Hypoglykämien zeigten eine höhere Gesamtbelastung,
als MmT1D ohne schwere Hypoglykämien (M = 3,0 ± 1,0 vs. M = 2,4 ± 0,8, p < 0,01).
Eine geringe Hypoglykämiewahrnehmung ist ebenfalls mit einer erhöhten Gesamtbelastung
(r = 0,172, p < 0,05) und berichten eine sehr hohe Belastung in der Subskala „Belastung
durch Hypoglykämien“ (r = 0,535, p < 00,1) assoziiert.
Schlussfolgerungen: Die Validierungsstudie an einer deutschen Stichprobe zeigt eine gute psychometrische
Qualität der deutschen Fassung der T1-DDS.