Zusammenfassung
Einleitung Ramadan während der Schwangerschaft ist mit negativen Folgen für die physische und kognitive Gesundheit der Nachkommen verbunden. Obwohl die meisten Muslime denken, dass Ramadan-Fasten während der Schwangerschaft nicht verpflichtend ist, fastet in vielen Ländern ein erheblicher Teil der schwangeren Muslimas. Für Deutschland liegen bislang keine Daten zum Fasten- und allgemeinen Ramadanverhalten schwangerer Muslimas vor.
Methodik Im Rahmen der Mainzer Umfragestudie zu Ramadan während der Schwangerschaft wurden zwischen Oktober 2016 und Januar 2017 schwangere und frisch entbundene Muslimas zu ihrem Ramadanverhalten befragt. Auch persönliche Daten und Meinungen der Frauen wurden erhoben, um Bestimmungsfaktoren für die Fastenentscheidung anhand statistischer Analysen identifizieren zu können.
Ergebnisse Es haben 43% der schwangeren Muslimas in Mainz im Ramadan 2016 gefastet. Fastende Frauen waren signifikant jünger und wiesen einen niedrigeren Bildungsstand auf. Einen Unterschied im Fastenverhalten hinsichtlich der Migrationsgeneration gab es nicht. Nur 49% der fastenden und 38% der nicht fastenden Frauen besprachen ihr Verhalten im Ramadan mit ihrem medizinischen Fachpersonal. Weniger als 2% der Frauen gaben an, proaktiv durch ihren Arzt angesprochen worden zu sein.
Fazit Schwangere Muslimas in Deutschland sollten Zugang zu objektiven Informationen erhalten, auf Basis derer sie ihre Fastenentscheidung treffen können. Hierfür ist eine Sensibilisierung des Fachpersonals zu Ramadan in der Schwangerschaft unabdingbar.
Schlüsselwörter
Ramadan - Fasten - Schwangerschaftsvorsorge - Frauenheilkunde - Epidemiologie