Die getrockneten Rhizome und Wurzeln von Salvia miltiorrhiza Bunge sind eine in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) – dort als Danshen
oder Dan Shen bezeichnete – sehr häufig verwendete Droge. Die Droge ist mittlerweile
auch im Europäischen Arzneibuch monografiert. S. miltiorrhiza gehört ebenso wie unsere heimischen Salbeiarten zur Familie der Lamiaceae. Typische
Merkmale für diese Familie lassen sich auch bei dieser im asiatischen Raum beheimateten
Art wiederfinden. Die 30–70 cm hohe Sprossachse ist deutlich vierkantig und behaart
[Abb. 1a, 1b]. Die dekussiert angeordneten Blätter sind bis zu 8 cm lang und weisen einen gesägten
bis gebuchteten Blattrand auf. Die für die Familie charakteristischen Lippenblüten
sind violett gefärbt und haben den typischen viergeteilten Fruchtknoten, aus dem sich
später die Klausenfrüchte bilden. Das Wurzelwerk, welches diesem Salbei seinen deutschen
Namen gibt, ist rötlich bis rostig orange gefärbt [Abb. 1c]. Im mikroskopischen Querschnitt wird dabei deutlich, dass die für die rote Farbe
verantwortlichen Substanzen vorrangig in der Wurzelrinde lokalisiert sind [Abb. 1d].