Klin Monbl Augenheilkd 2022; 239(01): 79-85
DOI: 10.1055/a-1327-3633
Klinische Studie

Quantifizierung der frühen und intermediären altersabhängigen Makuladegeneration mittels OCT-„en-face“-Darstellung

Artikel in mehreren Sprachen: English | deutsch
Frauke Jürgens
1   Retinologie, Augenzentrum am St. Franziskus-Hospital Münster, Deutschland
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1   Retinologie, Augenzentrum am St. Franziskus-Hospital Münster, Deutschland
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Henrik Faatz
1   Retinologie, Augenzentrum am St. Franziskus-Hospital Münster, Deutschland
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Britta Heimes-Bussmann
1   Retinologie, Augenzentrum am St. Franziskus-Hospital Münster, Deutschland
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Daniel Pauleikhoff
1   Retinologie, Augenzentrum am St. Franziskus-Hospital Münster, Deutschland
2   Zentrum für Augenheilkunde, Universität Duisburg-Essen, Duisburg, Deutschland
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Albrecht Peter Lommatzsch
1   Retinologie, Augenzentrum am St. Franziskus-Hospital Münster, Deutschland
2   Zentrum für Augenheilkunde, Universität Duisburg-Essen, Duisburg, Deutschland
› Institutsangaben

Zusammenfassung

Hintergrund Bei der frühen und intermediären altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) kommt es zu Ablagerungen unterhalb des retinalen Pigmentepithels (RPE) in Form von Drusen. Diese frühen Stadien der AMD beinhalten ein unterschiedliches Risiko zur Entwicklung einer späten AMD. Bisher erfolgte die Klassifizierung und Quantifizierung der frühen AMD anhand von Fundusfotos. Für klinische Studien, welche die Beeinflussung von Drusen überprüfen, erscheint dies zu wenig sensitiv. Das SD-OCT mit flächiger Darstellung segmentierter Analyseschichten ermöglicht eine En-face-Darstellung der Drusen. In der vorliegenden Studie wurden die Möglichkeiten einer Quantifizierung der frühen und intermediären AMD mit dem Verfahren des En-face-OCT untersucht.

Material und Methoden Es wurden 31 Augen von 29 Patienten mit früher und intermediärer AMD untersucht. Hierzu wurden Fundusfotos (Kowa VX-10i, Kowa, Tokyo, Japan) und En-face-OCT-Aufnahmen (RTVue XR Avanti, Optovue, Inc., Freemont, CA, USA) erstellt. Zunächst wurden verschiedene Schnittebenen (6 µm unterhalb des RPE, auf dem RPE, 6 µm und 9 µm oberhalb des RPE) und unterschiedlichen Schichtdicken (5, 10, 20 und 30 µm) analysiert, um die beste Segmentierung zur Darstellung der Drusen zu bestimmen. Die Drusen wurden manuell markiert und die Anzahl und Fläche berechnet. Diese Analyse wurde mit den standardisierten Drusenanalysen auf Fundusfotos verglichen. Zusätzliche Veränderungen einer frühen und intermediären AMD wie Pigmentepithelabhebungen (PEDs) und Subretinal drusenoid Deposits (SDD) sowie kleine Atrophien wurden ebenso dokumentiert und verglichen.

Ergebnisse Als beste Segmentierung zur Abgrenzung der Drusen auf den En-face-OCT-Aufnahmen konnte eine Segmentierung 6 µm unterhalb RPE mit einer Schnittdicke von 20 µm gefunden werden. Der Vergleich der Drusenquantifizierung auf En-face-OCT-Aufnahmen mit der standardisierten Drusenanalyse auf Fundusfotos zeigte eine sehr gute Vergleichbarkeit. Andere Veränderungen der frühen und intermediären AMD, wie PEDs, SDD und kleine Atrophien, waren auf den En-face-OCT-Aufnahmen besser beurteilbar.

Schlussfolgerung Die Analyse und Quantifizierung von Drusen auf En-face-OCT-Aufnahmen mit einer 20-µm-Segmentierung 6 µm unterhalb des RPE ermöglicht eine differenzierte Quantifizierbarkeit verschiedener Drusencharakteristika. Zudem können auch weitere Veränderungen der frühen und intermediären AMD analysiert werden. Dies könnte in zukünftigen Beobachtungs- und Behandlungsstudien zur Quantifizierung von Drusen eingesetzt werden.



Publikationsverlauf

Eingereicht: 21. August 2020

Angenommen: 28. Oktober 2020

Artikel online veröffentlicht:
29. Januar 2021

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