Zusammenfassung
Einleitung Nach dem schwedischen Vorbild gewinnen
Endoprothesenregister weltweit zunehmend an Bedeutung. Aufgrund der
steigenden Zahlen endoprothetischer Eingriffe am Schultergelenk werden diese
neben der Hüft- und Kniegelenksendoprothetik vermehrt in die
Registerdatenbanken aufgenommen. In dieser Arbeit soll die Wertigkeit von
Endoprothesenregistern am Beispiel der Schulterendoprothetik dargestellt und
mit klinischen Studien verglichen werden.
Material und Methodik Die Jahresberichte von 32 verschiedenen
Endoprothesenregistern zwischen 2013 und 2019 mit Daten zur Hüft-, Knie-
und/oder Schultergelenksendoprothetik wurden analysiert. Es wurden die
Operationszahlen und demografischen Patientendaten für alle Bereiche der
Endoprothetik untersucht. Zudem wurde eine weiterführende Betrachtung von
Variablen wie der Primärdiagnose, der Revisionsursache, der Revisionsrate in
Abhängigkeit von Risikofaktoren und Patient-reported Outcome Measures
(PROM-Scores) ausschließlich für die Schultergelenksendoprothesen
durchgeführt. Am Beispiel der inversen Schulterprothese wurden klinische
Studien mit Registerdaten hinsichtlich der Revisionsrate verglichen.
Ergebnisse 20 Endoprothesenregister konnten insgesamt eingeschlossen
werden, 9 von diesen erfassten Daten zur Schulterendoprothetik. Die
wesentlichen Primärdiagnosen stellten Osteoarthrose (40,6%),
Rotatorenmanschetten-Defektarthropathie (30,2%) und Frakturen (17,6%) dar.
Die am meisten verwendete Schultergelenksendoprothese war die inverse
Prothese (47,3%). Der Anteil der Revisionen an den Gesamtoperationen in der
Schulterendoprothetik lag in allen Registern unter 10%. Neben der
Revisionsrate wurden in den Registern teilweise PROM-Scores zur Evaluation
des Prothesenerfolges eingesetzt. Im Vergleich zu Registerdaten zeigten
klinische Studien heterogenere Daten mit einer deutlich höheren
Revisionsrate von über 10% im Langzeit-Follow-up am Beispiel der inversen
Schulterprothese.
Schlussfolgerung Registerdaten stellen eine wertvolle
Informationsquelle in der Schulterendoprothetik dar und können einen
erheblichen Beitrag zur Qualitätssicherung endoprothetischer Behandlungen
leisten. Im Vergleich zu klinischen Studien liefern sie vordringlich Daten
zu Standzeiten und stellen geringere Revisionsraten dar. Klinische Studien
richten ihren Fokus mittels PROM-Scores und klinischen sowie radiologischen
Untersuchungen einerseits nur auf einzelne Implantate und operative Zentren
und andererseits weitaus stärker auf das funktionelle Ergebnis aus.
Schlüsselwörter
Endoprothesenregister - Schulter-Endoprothetik - Revisionsursachen