Zusammenfassung
Uveitis ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl unterschiedlicher intraokularer Entzündungen. Dabei variieren die zugrunde liegenden Ätiologien sehr stark in Abhängigkeit vom Subtyp der
Uveitis, vor allem vom anatomischen Schwerpunkt. Die Hauptformen der anterioren Uveitis stellen die akute fibrinöse unilaterale Verlaufsform, häufig mit dem HLA-B27-Haplotyp assoziiert, und
die granulomatöse Entzündung, typischerweise im Zusammenhang mit einer Sarkoidose oder einer Herpesinfektion, dar. Die intermediäre Uveitis ist meistens idiopathischer Natur, kann jedoch
auch mit einer Multiplen Sklerose oder einer Sarkoidose assoziiert sein, während bei Patienten nach dem 45. Lebensjahr auch an ein vitreoretinales Lymphom als Masquerade-Syndrom gedacht
werden muss. Die Uveitis posterior wiederum, und ähnlich auch die retinale Vaskulitis und Panuveitis, haben eine sehr breite ätiologische Vielfalt, die aber ebenso befundorientiert
eingegrenzt werden kann. So haben Retinitiden häufig eine infektiöse Genese (Toxoplasma und Viren der Herpesgruppe), während es sich bei Chorioiditiden häufig um spezifische, vermutlich
autoimmune Entitäten handelt, wobei auch hier Infektionen, z. B. Tuberkulose, zugrunde liegen können. Anamnese und Labordiagnostik sollten bei Patienten mit Uveitis daher maßgeschneidert und
orientiert am anatomischen Schwerpunkt der Entzündung (Uveitis anterior, intermedia, posterior oder Panuveitis) und dem klinischen Bild (z. B. granulomatös vs. nicht granulomatös)
erfolgen.
Schlüsselwörter
Uveitis - Anamnese - Diagnostik - Labor - Abklärung