Zusammenfasung
Ziel der Studie: Begleitende Hilfen am Arbeitsplatz sind ein wichtiger Faktor für die Teilhabe von
Menschen mit einer Hörschädigung am Arbeitsleben. Im folgenden Beitrag werden die
Ergebnisse aus der GINKO-Studie (Gesetzeswirkungen bei der beruflichen Integration
schwerhöriger, ertaubter und gehörloser Menschen durch Kommunikation und Organisation;
Projektförderung: BMAS) vor dem Hintergrund eines Gutachtens der Universität zu Köln
(Auftraggeber: MAIS) reflektiert, um so einen umfassenden Blick auf die berufliche
Lage von Menschen mit einer Hörschädigung in NRW zu erhalten. Im Mittelpunkt steht
bei der Zusammenführung der beiden Studien die Frage, wie die Ergebnisse der GINKO-Studie
für NRW durch das Gutachten der Universität zu Köln erklärt werden können.
Methodik: In der in Kooperation mit dem Deutschen Schwerhörigenbund e.V. und dem Deutschen
Gehörlosen Bund e.V. durchgeführten GINKO-Studie wurden erwerbstätige Betroffene mit
einem standardisierten Fragebogen, der auch online mit Gebärdensprachfilmen zur Verfügung
stand, schriftlich zu ihrer Situation am Arbeitsplatz befragt. In der NRW-Studie wurde
partizipativ die Versorgungslage schwerhöriger, gehörloser und taubblinder Menschen
über Interviews bewertet und die Versorgungssituation über amtliche Statistiken analysiert.
Ergebnisse: Die Ergebnisse der bundesweiten GINKO-Studie zeigen, dass die befragten hörgeschädigten
Menschen in NRW tendenziell die gesetzlich vorgesehenen begleitenden Hilfen im Arbeitsleben
häufiger in Anspruch nehmen als hörgeschädigte Menschen im restlichen Deutschland.
Statistisch lassen sich Unterschiede für die Bereiche „Erhaltung und Erweiterung der
beruflichen Kenntnisse und Fertigkeiten“ und „Psychosoziale Hilfen bei behinderungsbedingt
auftretenden Konflikten“ nachweisen.
Schlussfolgerung: Eine Ursache für die tendenziell positivere Bewertung der Befragten in NRW könnte
durch die besondere Angebotsstruktur begründet sein. Diese Ergebnisse in NRW dürfen
aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch in vielen Bereichen in NRW die hörgeschädigtengerechte
Gestaltung des Arbeitsplatzes für einen Großteil der Befragten (noch) nicht realisiert
ist und auch begleitende Hilfen offensichtlich noch nicht alle Betroffenen erreicht
haben.
Abstract
Aim of the Study: Assistive services in the workplace are an important aspect of the participation
of people with hearing impairment in working life. This article presents the results
of the GINKO study and an survey conducted by the University of Cologne on behalf
of the MAIS in order to provide a comprehensive examination of the employment situation
of hearing impaired people in North Rhine-Westphalia. The GINKO study examines the
impact of laws on the integration of hard-of-hearing and deaf people as well as people
who have become deaf as adults, focusing on communication and organizations; this
project was funded by the German Federal Ministry for Labour and Social Affairs (BMAS).
Method: In the GINKO study, conducted in cooperation with the German Association of the Hard
of Hearing and the German Association of the Deaf, a standardised questionnaire with
questions about the workplace was administered to employed people with hearing impairments.
The questionnaire was administered on paper and was also available online accompanied
by sign language videos. The University of Cologne study in North Rhine-Westphalia
examined the service situation of hard-of-hearing, deaf and deaf-blind people through
face-to-face interviews and government statistics.
Results: The results of the nationwide GINKO study show that hearing-impaired people in North
Rhine-Westphalia draw on assistive services in employment more often than hearing-impaired
people in the rest of Germany. The study found statistically significant differences
in the categories of “maintenance and development of professional knowledge and skills”
and “psychosocial support in conflict situations resulting from disability”.
Conclusion: One reason for the more positive evaluations of the participants in North Rhine-Westphalia
as compared to other regions in Germany could be the particular network of support
services in that state. However, the overall positive results from North Rhine-Westphalia
should not obscure the fact that a majority of participants in many areas of North
Rhine-Westphalia reported much less positive evaluations. They reported that they
did not (yet) have an accessible workplace and that assistive services are not available
to all hearing impaired workers.
Schlüsselwörter
Menschen mit Hörschädigung - Teilhabe am Arbeitsleben - begleitende Hilfen am Arbeitsplatz
Key words
hearing impairment - participation in the workplace - assistive services in the workplace