Fragestellung: Schulung gilt als integraler Bestandteil der Therapie des Typ-1-Diabetes, die allen
Patienten angeboten werden soll. Jedoch gibt es wenige Daten darüber, ob alle Patienten
gleichermaßen von der Teilnahme an strukturierten Schulungs- und Behandlungsprogrammen
profitieren oder Unterschiede in der Wirksamkeit von Schulung bestehen. Diese Analyse
untersucht die Effekte der Schulung mit dem PRIMAS-Programm auf wichtige klinische
Parameter in Abhängigkeit von verschiedenen demographischen und medizinischen Ausgangsvariablen.
Methodik: 75 Typ-1-Diabetespatienten, die PRIMAS im Rahmen einer randomisierten, kontrollierten
Studie erhalten haben, sowie 179 Patienten, die an PRIMAS im klinischen Alltag teilnahmen
wurden analysiert. Mittels einer logistischen Regression wurde der Einfluss auf eine
klinisch bedeutsame Verbesserung durch die Schulung mit PRIMAS untersucht. Diese wurde
definiert als Verbesserung des HbA1c und/oder Verbesserung von Hypoglykämie-Problemen
und/oder der Reduktion des Diabetes Distress. Als unabhängige Variablen gingen das
Studiensetting (RCT vs. klinischer Alltag), Alter, Diabetesdauer, BMI, Geschlecht,
Pumpentherapie, sowie HbA1c, Hypoglykämie-Wahrnehmungsfähigkeit und Diabetes Distress
jeweils zu Baseline ein.
Ergebnisse: Patienten mit höherem HbA1c (OR = 1,47; 95% KI 1,07 – 2,02), mehr Hypoglykämie-Problemen
(OR = 2,25; 95% KI 1,59 – 3,17) und höherem Diabetes Distress (OR = 1,45; 95% KI 1,07
– 1,97) hatten eine höhere Chance auf klinische Verbesserung durch die PRIMAS Schulung.
Weder das Studiensetting noch demographische und medizinische Variablen hatten einen
Einfluss auf die klinische Verbesserung.
Schlussfolgerungen: Durch die Schulung mit PRIMAS können relevante klinische Probleme effektiv verbessert
werden. Für die Effekte der Schulung war es nicht von Bedeutung, ob diese in einem
streng kontrollierten Studiensetting oder im klinischen Alltag stattfand. Die Wirksamkeit
von PRIMAS ist unabhängig von Alter, Geschlecht, Diabetesdauer und Therapieform.