Ein intakter Bandapparat ist Voraussetzung für die Stabilität und physiologische Kinematik des Kniegelenks. Kniebandverletzungen treten häufig auf und betreffen meist jüngere, aktive Patienten. Die korrekte Diagnose ist von entscheidender Bedeutung, um die adäquate Therapie einzuleiten. Es können isolierte oder kombinierte Bandverletzungen sowie Begleitverletzungen anderer Strukturen, insbes. bei der Kniegelenkluxation, auftreten. Wir unterscheiden akute und chronische Verletzungen, die jeweils unterschiedliche Therapiestrategien erfordern. Gerade die komplexen Kniebandverletzungen stellen den Behandler vor eine große Herausforderung, da sie ein sehr individuelles und differenziertes Vorgehen erfordern.
Dieser Beitrag soll durch die Vorstellung der Anatomie und Biomechanik dazu beitragen, das Verständnis für diese Verletzungen zu vertiefen, um dann mit der Darstellung der Diagnostik und Therapie aktuelle Handlungsanleitungen im klinischen Alltag ableiten zu können. Im 1. Teil des Beitrags haben wir Diagnostik und Therapie der akuten und chronischen Verletzungen des vorderen und hinteren Kreuzbands sowie des Innenbands vorgestellt [1]. In Teil 2 widmen wir uns nun der Diagnostik und Therapie der akuten und chronischen Verletzungen des lateralen und posterolateralen Komplexes sowie den kombinierten Bandverletzungen, um abschließend auf die Kniegelenkluxation einzugehen.