Zahnmedizin up2date 2017; 11(01): 59-83
DOI: 10.1055/s-0042-115054
Kraniomandibuläre Dysfunktion
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Untersuchung und Diagnosebildung bei kraniomandibulären Dysfunktionen (CMD)

Oliver Schierz
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Publication Date:
01 March 2017 (online)

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Fazit

Diagnostische Instrumente bzw. Verfahren zur Diagnosebildung sollten zum Wohl des Patienten eine zuverlässige Diagnosebildung ermöglichen. Die Diagnose sollte daher primär auf den Informationen aus der Standarddiagnostik basieren. Dazu zählen eine umfassende schmerzbezogene Anamnese, eine psychosoziale Diagnostik, eine klinische Funktionsanalyse, eine klinische Okklusionsanalyse und eine Panoramaschichtaufnahme.

Die Untersuchungsmethoden der erweiterten Diagnostik eignen sich derzeit mangels ungeklärter Fragen hinsichtlich ihrer Gütekriterien bzw. der therapeutischen Relevanz nicht für den Routineeinsatz und sollten spezifischen Fragestellungen bzw. in der Funktionsdiagnostik sehr erfahrenen Personen vorbehalten bleiben, da ansonsten das Risiko einer Fehlversorgung besteht. Auch die Diagnosebildung sollte, insofern derzeit möglich, auf Algorithmen basieren, die bekannte Gütekriterien aufweisen.

Nichtsdestotrotz ist das Wissen des Untersuchers zur differenzialdiagnostischen Abklärung und Prüfung der Plausibilität im Einzelfall unverzichtbar. Insbesondere die differenzialdiagnostische Abklärung bzw. die Suche nach auslösenden und unterhaltenden Faktoren erfordert oftmals eine interdisziplinäre Zusammenarbeit und viel Fingerspitzengefühl bei der ausführlichen Anamnese.