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DOI: 10.1055/s-0043-109228
Anhaltender Opiat-Konsum nach Sectio – Häufigkeit und mögliche Risikogruppen
Publication History
Publication Date:
06 July 2017 (online)

Die Inzidenz opiat-bedingter Todesfälle bei US-amerikanischen Frauen stieg im letzten Jahrzehnt (1999 – 2010) um das 5-Fache. Für viele Frauen besteht dabei ihr erster Kontakt mit Opiaten im Zusammenhang mit medizinischen Routineeingriffen. So ist zum Beispiel eine von 3 Entbindungen in den USA eine Sectio, und Opiate werden dabei regelhaft zur postoperativen Schmerzkontrolle verordnet.
Annähernd eine von 300 zuvor opiat-naiven Frauen, welche sich in den USA einem Kaiserschnitt unterzieht, erhält im Anschluss eine ärztlich verordnete Opiat-Medikation über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr. Die Wahrscheinlichkeit, anhaltend verordnete Opiate zu nutzen, steigt mit vorbestehenden Patientencharakteristika. Diese sind vor allem eine bekannte psychiatrische Komorbidität, illegaler Substanzmittelkonsum sowie näher definierte Schmerzzustände. Unter Beachtung dieser Prädiktoren sollte eine vermehrte Umsicht im Umgang mit einer derartigen Medikation im klinischen Alltag erfolgen.