RSS-Feed abonnieren
DOI: 10.1055/s-0043-121276
Aktuelles aus der Forschung
Publikationsverlauf
Publikationsdatum:
15. November 2017 (online)


Der genaue klinische und paraklinische Blick zur Behinderungsvorhersage
Schon seit Längerem gibt es Bestrebungen, das Ansprechen von MS-Patienten auf Therapien als prognostischen Marker für die Behinderungsprogression zu nutzen. Bisher war der sogenannte modifizierte (m) Rio-Score eine anerkannte Möglichkeit, aus der klinischen und paraklinischen Krankheitsaktivität des ersten Therapiejahres mit Interferon beta (IFN-β) das Risiko einer Behinderungsprogression nach drei Jahren abzuleiten [1]. Dieses Verfahren ist nun kürzlich multizentrisch validiert worden [2]. Dafür wurde ein retrospektiver Datensatz von 1280 Patienten mit schubförmiger MS aus neun MAGNIMS-Zentren analysiert. Hierbei handelte es sich um Patienten, die vor Beginn und nach einem Jahr unter Therapie mit IFN-β als Initialtherapie klinisch und mittels MRT untersucht worden waren und für die es noch mindestens zwei weitere Jahre klinischer Verlaufskontrollen gab. Die Patienten wurden nach ihrer klinischen Schubaktivität im ersten Jahr und der Zunahme der T2-Läsionslast vom Baseline- zum Verlaufs-MRT nach einem Jahr stratifiziert und mit der Behinderungsprogression nach drei Jahren korreliert. Bei schubfreien Patienten mit weniger als drei neuen T2-Läsionen (Score 0) betrug das Risiko zur EDSS-Progression innerhalb der drei Jahre 15 %; bei Patienten mit nur klinischer Aktivität (ein Schub, < 3 neue T2-Läsionen) oder nur paraklinischer Aktivität (kein Schub, ≥ 3 neue T2-Läsionen; Score 1) lag das Risiko bei 22 %; bei Patienten mit beiden Bedingungen (≥ 1 Schub und ≥ 3 T2-Läsionen; Score 2) stieg das Risiko signifikant auf 29 %.