Ultraschall Med 2023; 44(S 01): S13-S14
DOI: 10.1055/s-0043-1772285
Abstracts
Gynäkologie & Geburtshilfe
Vorträge

Der "Radiant-Effekt": Neuer Darstellungsalgorithmus und sein Effekt auf die Messung der Nackentransparenz

Autor*innen

  • Arne Bergsch

    1   Praenatal plus, Köln, Deutschland
  • Rüdiger Stressig

    1   Praenatal plus, Köln, Deutschland
  • Jan Degenhardt

    1   Praenatal plus, Köln, Deutschland
  • Marit Kolsch

    1   Praenatal plus, Köln, Deutschland
  • Oliver Graupner

    2   RWTH Uniklinik, Aachen, Deutschland
  • Heiko Dudwiesus

    3   DEGUM Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V., Bonn, Deutschland
  • Jochen Ritgen

    1   Praenatal plus, Köln, Deutschland
 

Einleitung und Fragestellung Bewertung der Auswirkung der „Radiant“-Bildverbesserung auf die Messung der fetalen Nackentransparenz. Einer der neuesten Algorithmen namens „Radiant“ von General Electric Healthcare, die 2022 mit dem „Voluson Expert 22“ eingeführt wurde, scheint die Linienstärke merklich zu verändern. Dieser Algorithmus verändert das Erscheinungsbild des B-Bildes unserer Einschätzung nach am deutlichsten bei Messungen der fetalen Nackentransparenz.

Material und Methodik Bilder der Nackentransparenz (NT), die Ende 2022 (n=263) auf dem Voluson Expert 22 von General Electric aufgenommen wurden, wurden im lokalen Archiv überprüft und „Radiant“ wurde im Gerät nach der Untersuchung angewendet. NT-Messungen wurden vor und nach Anwendung des Nachbearbeitungsfilters „Radiant“ durchgeführt. Die Werte wurden unter Verwendung des t-Tests für abhängige Variablen verglichen. Zudem erfolgten Versuche an einem in-vitro-Modell mit festgelegtem Abstand zwischen zwei Linien, um die Bedeutung unserer Ergebnisse einordnen zu können.

Ergebnisse Beim Vergleich der Werte ohne „Radiant“ mit denen mit „Radiant“, stellten wir einen signifikanten Unterschied in den durchschnittlichen NT-Werten fest. Für jede der drei Stufen von „Radiant“ fanden wir signifikante Abweichungen im Vergleich zu „Radiant aus“. Die größte Differenz der durchschnittlichen NT-Werte betrug 0,30 mm zwischen „No Radiant“ und „Radiant Maximum“ (p<0,001). Im in-vitro-Modell konnten die Beobachtungen reproduziert werden. Die genaueste Messung erzeugte eine Kombination aus „UltraHD“ und „Radiant“.

Zusammenfassung Der „Radiant“-Algorithmus verbessert offenbar die Bildqualität: Sie wird schärfer. Unsere Ergebnisse bieten einen ersten Einblick in die Relevanz von „Radiant“ in Bezug auf Änderungen von NT-Werten.

Die gezeigte Wirkung sollte bei der klinischen Entscheidungsfindung berücksichtigt werden. Mögliche Auswirkungen dieses neuen Algorithmus auf die Spezifität und Sensitivität der NT-Messung sind Gegenstand zukünftiger Forschung.



Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
29. August 2023

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