Liebe Leserinnen und Leser,
in den letzten 18 Monaten hat sich die Redaktion verstärkt um
eine Erhöhung der Wissenschaftlichkeit der DZA bemüht. Viele von
Ihnen haben sich möglicherweise aber auch mehr praktische Artikel
gewünscht, die Ihrer Fortbildung dienen. Das war eigentlich auch unser
Ziel. So hatten wir im Herbst des letzten Jahres die über 40
Qualitätszirkel der Akupunktur in Deutschland angeschrieben und gebeten,
aus ihrer Arbeit zu berichten: Der ungelöste Fall, der
gelöste Fall, der besondere Fall. Doch leider waren alle in den
Qualitätszirkeln zusammengeschlossenen Akupunkteure zu stark mit der
Evaluation ihrer Qualität beschäftigt. So erhielten wir bislang keine
(!) Einsendung.
Um Ihnen aber dennoch mit Materialien zur Fortbildung aufwarten zu
können, und auch um mit Ihnen in eine Diskussion treten zu können,
haben wir uns in dieser Ausgabe zu einem besonderen Vorgehen entschlossen. Wir
stellen Ihnen zwei zufällig ausgewählte Fallbeispiele aus einem Buch
vor.
Ganz besonders freuen wir uns, dass wir einige namhafte Akupunkteure
verschiedener Gesellschaften gewinnen konnten, diese Falldarstellungen kurz zu
kommentieren, indem sie nur eine Frage beantworten: Würden Sie diesen
Patienten in derselben Weise behandeln? Dahinter stehen natürlich weitere
Fragen, die für die Praxis westlicher Akupunkteure von Bedeutung sind:
Können die chinesischen Erfahrungen nahtlos übertragen werden? Gibt
es andere Erfahrungen oder Verfahren? Inwieweit kann die Akupunktur in ein
komplementäres Verfahren eingebaut werden? etc. Wir bedanken uns bei den
KollegInnen, die auf unsere Anfrage geantwortet haben. Einige der dreizehn
Adressaten waren sicherlich auf Urlaub. Vielleicht das nächste Mal! Die
Redaktion hofft, dass diese Art der Fortbildung auf Ihr reges Interesse
stößt. Bitte schreiben Sie uns, wenn Sie Ideen haben, die von
unseren Experten nicht genannt wurden. Von Ihrem Echo hängt auch die
Fortsetzung dieser Reihe ab.
Die beiden Falldarstellungen wurden uns freundlicherweise vom
Wilhelm Maudrich Verlag zur Verfügung gestellt. Sie finden 99 weitere
Falldarstellungen in dem Buch (s. auch Buchbesprechungen) Chen Jirui und Nissi
Wang (Hrsg.; aus dem Englischen von Josef Fallbacher, mit einem Vorwort von
Jeremy Ross): Akupunktur aus China in 101
Fallbeschreibungen - Diagnose und Therapie gemäß den Grundlagen
der Traditionellen Chinesischen Medizin.
Ihr Thomas Ots