Zusammenfassung
Von Ende 2000 bis Anfang 2001 führte der Fachausschuss
Amtsärztlicher Dienst/Gutachtenwesen des Bundesverbandes der Ärzte im
ÖGD eine Befragung aller Gesundheitsämter zur Praxis der Begutachtung
nach dem BSHG durch. Die Beteiligungsquote lag bei über
50 %; allein durch die beteiligten 232 Gesundheitsämter
wurden 1999 164 000 Gutachten nach dem BSHG erstattet. Die Auswertung
der auf Länderebene aggregierten quantitativen und qualitativen Daten
zeigt erhebliche Unterschiede in der Verteilung der Gutachtenfelder, die nicht
nur auf Unterschiede in der Bevölkerungsstruktur zurückgeführt
werden können. Es gibt deutliche Hinweise auf Verfahrensmängel in der
Beauftragung und auf regionale Unterschiede in der Abwicklung der Gutachten.
Daraus lassen sich Konsequenzen und Empfehlungen für Gesundheitsämter
und Auftrag gebende Sozialämter ableiten mit den Zielen besserer
Standardisierung und Qualitätsverbesserung und letztendlich der
Gleichbehandlung.
Abstract
Between December 2000 and February 2001 a survey among public health
offices was conducted on the practice of expert reports on recipients of income
support. More than 50 % (232) of the German public health offices
participated; they carried out 164.000 of these reports in 1999. The analysis
of the data shows considerable differences between the states
(Bundesländer) concerning reasons and practice of expert reports which
cannot be explained by a different social structure of population but indicate
that quality of orders from Social Services and the work process in Public
Health Offices may be inadequate. The findings result in recommendations for
social services and public health offices to develop standards and improve
quality, which can help to achieve greater equality.
Schlüsselwörter
Gesundheitsämter - Gutachten - Qualitätsmängel - Qualitätsverbesserung - Sozialhilfeempfänger
Key words
Expert Reports - Public Health
Offices - Quality Problems - Quality
Management - Recipients of Income Support
Literatur
1 Bundessozialhilfegesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom
23. März 1994 (BGBl. I: 646, 2975), zuletzt geändert durch Artikel 5
des Gesetzes zur Ergänzung der Leistungen bei häuslicher Pflege von
Pflegebedürftigen mit erheblichem allgemeinem Betreuungsbedarf
(Pflegeleistungs-Ergänzungsgesetz - PflEG) vom 14. Dezember 2001
(BGBl. I: 3728).
2 Lebenslagen in Deutschland. Der erste Armuts- und
Reichtumsbericht der Bundesregierung. Bericht und Materialband
(Daten und Fakten) Berlin 2001; (Bundestagsdrucksache
Nr. 14/5990: 74 ff.)
3 Statistische Ämter des Bundes und der Länder,
1999/2000. Internetseiten aller Stat. Landesämter (z.B.
über: www.destatis.de/allg/d/link/link981.htm)
Dr. Thomas Hilbert
Gesundheitsamt Bremen
Horner Straße 60-70
28203 Bremen
Email: THilbert@Gesundheitsamt.Bremen.de