Zusammenfassung
Die Zahl der von den deutschen Berufsgenossenschaften anerkannten Berufskrebse ist
viel geringer als die von Experten angenommene Zahl. Dies gilt auch für Leukämien
und Non-Hodgkin-Lymphome. Um mehr Gerechtigkeit für die Betroffenen zu schaffen und
damit die Zahl der Anerkennungen zu erhöhen, sollte verstärktes Gewicht auf die Erhebung
der Berufsanamnese im Hinblick auf die häufigsten Ursachen für beruflich bedingte
Leukämien und Lymphome gelegt werden: Benzol und ionisierende Strahlen. Es wird ein
Fragebogen vorgeschlagen, der zur Erleichterung der Berufsanamnese eingesetzt werden
kann und der dem Arzt Hilfen zur Bewertung liefert.
Abstract
The German accident insurances accept a much lower number of occupational cancers
than is expected by experts. This is also the case with respect to leukaemia and non-Hodgkin's
lymphoma. It is necessary to raise the social fairness and the number of accepted
occupational leukemias and lymphomas. Therefore, it is important to do better occupational
anamnesis in each leukaemia and lymphoma patient, especially with respect to the most
frequent occupational causes: benzene and ionising radiation. A questionnaire is proposed
which may help to do this anamnesis and which gives help to the doctor to decide whether
to make a report to the accident insurance.
Schlüsselwörter
Berufskrebs - Leukämie - Non-Hodgkin-Lymphom - Benzol - ionisierende Strahlen
Key words
Occupational cancer - leukemia - non-Hodgkin's lymphoma - benzene - ionising radiation
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