Endoskopie heute 2006; 19(3): 191-194
DOI: 10.1055/s-2006-942245
Originalarbeit

© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Die Photodynamische Cholangioskopie: Verbesserte Detektion von Tumoren in den Gallengängen

Photodynamic Cholangioscopy: Improved Detection of Tumors in the Biliary TractH. Ingerl1 , A. Wiese1 , A. R. J. Schneider2 , T. Zöpf3 , J. C. Arnold1
  • 1II. Medizinische Klinik (Gastroenterologie, Hepatologie, GE-Onkologie und Stoffwechselkrankheiten), Diakoniekrankenhaus Rotenburg, Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Göttingen
  • 2I. Medizinische Klinik, Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt
  • 3Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie, Universitätsklinikum Essen
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
12. Oktober 2006 (online)

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Zusammenfassung

Die Fluoreszenzdiagnostik mit oder ohne Photosensibilisatoren wird bereits in vielen medizinischen Bereichen zur Erhöhung der diagnostischen Treffsicherheit eingesetzt. Die Methode basiert auf der Induktion von Fluoreszenz durch orale Applikation des nebenwirkungsarmen Photosensibilisators 5-Aminolävulinsäure (5-ALA). Eine dadurch bedingte intrazelluläre Akkumulation des Fluorochroms Protoporphyrin IX fällt in der Regel in proliferationsaktiven Zellen stärker aus und führt zu einer kräftigen Rotfluoreszenz nach Anregung mit einer entsprechenden Lichtquelle. Ziel der Untersuchung war die Frage, ob durch die Integration der Fluoreszenzdiagnostik mit Photosensibilisatoren auch die Detektion von Tumoren in den Gallengängen im Rahmen einer Cholangioskopie erhöht werden kann. Die 5-ALA-Cholangioskopie wurde bei 7 Patienten zum Nachweis von Karzinommanifestationen in den Gallengängen durchgeführt. 5-ALA wurde in der Dosierung von 30 mg/kg KG, 6 Stunden vor der Untersuchung oral verabreicht. Verwendet wurde das D-Light-System (Fa. Storz, Tuttlingen) in Verbindung mit fluoreszenztauglichen Cholangioskopen. Alle Untersuchungen wurden sequenziell im konventionellen Weißlicht- und im Blaulichtmodus durchgeführt. Bei 5 Patienten fanden sich im Weißlichtmodus malignitätsverdächtige Veränderungen im Bereich von Stenosen und bei 2 Patienten Stenosen ohne offensichtliche Schleimhautauffälligkeiten. Im Fluoreszenzmodus konnten bei allen 7 Patienten deutlich rotfluoreszierende Schleimhautareale im Bereich der tumorösen Stenosen dargestellt werden und bei einem Patienten zeigte sich das rotfluoreszierende Tumorareal deutlich langstreckiger als im Weißlichtmodus. Erstmals konnte gezeigt werden, dass eine Tumordetektion mittels 5-ALA-Fluoreszenzdiagnostik in den Gallengängen (cholangioskopisch) möglich ist. Die Fluoreszenzinduktion verbessert die Detektion und die Festlegung der für die Resektabilität entscheidenden Tumorausdehnung, insbesondere gastrointestinaler Malignome im Gallengangssystem.

Abstract

Fluorescence-based diagnostic techniques with or without photosensitizing agents are used to increase the accuracy in tumor diagnosis. This method is based on the induction of fluorescence after application of 5-aminolevulinic acid (5-ALA). The metabolized intermediate product protoporphyrin IX accumulates in neoplastic tissue, thereby giving rise to tumor-specific detection during emission of fluorescence. The aim of the study was to evaluate whether the detection rate of bile duct tumors was to improve by the integration of fluorescence-based diagnostic procedures at percutanous cholangioscopy. Fluorescence cholangioscopy (ALA-cholangioscopy) was performed in 7 patients to detect tumor manifestations in the bile ducts. 5-ALA was applied orally (30 mg/kg body weight) 6 hours prior to the examination. We used the D-Light-AF-System as the light source and a cholangioscope suitable for fluorescence (Karl Storz, Tuttlingen, Germany). All examinations were performed by conventional white-light mode followed by inspection using fluorescence light. Suspected malignancy was biopsied. Tumor suspicious lesions were detected in 5 patients using the conventional white-light mode. Fluorescence cholangioscopy provided additional findings of malignant lesions in the remaining two patients. In conclusion, we could demonstrate for the first time the feasibility of fluorescence based cholangioscopic diagnosis of bile duct malignancies. This method has the potential to improve the diagnostic accuracy and might help to determine patients with bile duct tumors suitable for resection.