Zusammenfassung
Bei 23 Patienten mit therapie-resistenter schwerer Paraspastik unterschiedlicher Genese
wurde die intrathekale Applikation von Baclofen (Lioresal®) mit gutem Erfolg durchgeführt.
Durch die Verwendung eines subkutan implantierten, steuerbaren Infusionssystems konnte
über einen Beobachtungszeitraum von bisher 3 Jahren eine gleichbleibende Minderung
des Muskeltonus in den unteren Extremitäten erreicht werden. Schmerzhafte Spasmen
traten nur noch selten auf. Das Dekubitusrisiko konnte zugunsten einer verbesserten
Mobilität der Patienten entscheidend verringert werden, wodurch sich deren Betreuung
erleichterte. Auch spastische Blasenstörungen ließen sich günstig beeinflussen. Die
Wirkung blieb auf die unteren Extremitäten beschränkt. Bei gehfähigen Patienten war
trotz Reduktion des Muskeltonus durch exakte Dosierung des Medikamentes die Mobilität
zu erhalten. Die bisherigen Erfahrungen rechtfertigen die Behandlungsrisiken und Kosten
bei adäquater Indikationsstellung.
Summary
In 23 patients with therapy-resistant, severe paraspasticity of various origin, chronic
intrathecal application of baclofen (Lioresal®) was performed with good results. Using
a subcutaneously implantated, programmable drug-administration device, the muscle
tone in the lower extremities could be continuously reduced over the trial period
of 3 years. Only few painful spasms occurred. The risk of decubital ulcerations was
decreased and the mobility of the patients improved greatly, facilitating nursing
care considerably. Spastic bladder disturbances could be influenced positively. The
effect was restricted to the lower extremities. By fine dose titration, patients remained
able to walk, although the muscle tone was markedly reduced. The experience with the
method up to now justifies its risks and costs if the indications are adequate.