Übersicht:
Der Autor, der das Institut für Sexualwissenschaft der Universität Frankfurt am Main
von dessen Gründung im Jahr 1973 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2006 geleitet
hat, beschreibt im Stil eines Protokolls den Kampf um den Erhalt des Instituts. Obgleich
mehr als 4 000 Ärzte und Psychologen, viele angesehene Fachleute und die gesamte deutschsprachige
Presse von konservativ bis liberal für die Fortführung des Instituts Partei ergriffen
haben, wurde das Institut als eine selbstständige Einrichtung beseitigt. Erhalten
bleiben sollen die Sexualmedizinische Ambulanz und die umfangreiche Fachbibliothek.
Außerdem wird möglicherweise eine unselbstständige Professur für Sexualmedizin im
Zentrum der Psychiatrie eingerichtet. Der Autor macht für die Entscheidung vor allem
die Ökonomisierung der Medizin, einen Verteilungskampf der Disziplinen angesichts
knapper gewordener staatlicher Mittel sowie die Borniertheit von regierenden Körpermedizinern
verantwortlich, die meinen, sexuelle Störungen ohne eine Reflexion der seelischen,
kulturellen und gesellschaftlichen Umstände erforschen, begreifen und behandeln zu
können.
Schlüsselwörter:
Frankfurter Institut für Sexualwissenschaft - Geschichte der Sexualwissenschaft -
Sexualforschung in Deutschland
Literatur
- 1 Behr S. Ab in die Psychiatrie. Frankfurts Institut für Sexualwissenschaft wird eingespart. Frankfurter
Rundschau, 26. August 2006, S. 17
- 2 Bessing J. Ende der Aufklärung. Die Welt, 28. März 2006, S. 26
- 3 Bessing J. „Das Neuste sind Objektophile”. Das berühmte Frankfurter Institut für
Sexualwissenschaft steht vor der Schließung. Neue Zürcher Zeitung am Sonntag, 14.
Mai 2006, S. 87
- 4 Braun A. Lust und Unlust auf der Spur. Was wird aus den Frankfurter Sexualwissenschaften?. Stuttgarter
Zeitung, 1. Februar 2006, S. 26
- 5 Breidecker V. Und das geschlechtliche Elend dauert fort und fort. Jenseits von Psychiatrie
und Psychochirurgie: Dem weltweit angesehenen Frankfurter Institut für Sexualwissenschaft
droht die Schließung. Süddeutsche Zeitung, 9. Januar 2006, S. 11
- 6 Feddersen J. Das Ende der Aufklärung. Das berühmte Institut für Sexualwissenschaft
in Frankfurt soll geschlossen werden. Dies wäre mehr als bedauerlich! Es wäre ein
zivilisatorischer Verlust - und ein Abschied vom kostbaren aufklärerischen Zeitgeist. Die
Tageszeitung (taz), 30. Dezember 2005, S. 11
- 7 Feddersen J. Zu Tode gerettet. Das Frankfurter Institut für Sexualwissenschaft bleibt
bestehen. Aber es muss sich über Drittmittel finanzieren. Die Tageszeitung (taz),
10. Januar 2006, S. 14
- 8 Feddersen J (unter JAF). Das Ende aller Mühen. Das Frankfurter Institut für Sexualwissenschaft
steht vor der Schließung - der Uni galt es nur noch als Kostenfaktor. Die Tageszeitung
(taz), 30. August 2006, S. 14
- 9 Güntner J. Die Abweichung von der Norm. Sexualwissenschaften in Deutschland - der
Fall Frankfurt. Neue Zürcher Zeitung, 20. Januar 2006, S. 38
- 10 Güntner J. Psychiatrisierung des Sexus. Volkmar Siguschs Institut wird umgepolt. Neue
Zürcher Zeitung, 6. September 2006, S. 41
- 11 Iden P. Uni-Sex. Frankfurter Rundschau, 9. Januar 2006, S. 10
- 12 Kaliwoda H. Sex-Forscher bangt um sein Lebenswerk. Frankfurter Uni will renommiertes
Institut von Professor Sigusch auflösen. Wiesbadener Kurier, 20. Januar 2006, S. 2
- 13 Kolle O. Goethe wäre nicht glücklich. Zur Schließung des Instituts für Sexualwissenschaft. Hinnerk,
Heft 10, 2006, S. 82
- 14 Müller-Lissner A. Schrilles Signal. Das Frankfurter Institut für Sexualwissenschaft
ist von Schließung bedroht. Hat es seine Schuldigkeit getan?. Der Tagesspiegel (Berlin),
3. Januar 2006, S. 21
- 15 Podak K. Am Grunde der Liebe. Das Ende von Volkmar Siguschs Institut für Sexualwissenschaft. Süddeutsche
Zeitung, 29. September 2006, S. 11
- 16 Schaible I. „Es tobt ein offener Verteilungskampf”. Frankfurter Institut für Sexualwissenshaft
vor dem Aus. Klamme Goethe-Universität sucht Lösung. Keine Forschung über Triebtäter,
Pädophile und Transsexuelle?. Offenbach Post, 26. Januar 2006, S. 24
- 17
Schmidt G.
Wozu noch Sexualwissenschaft? Editorial.
Pro Familia Magazin.
2006;
Heft 1
3
- 18 Sigusch V. Anhang: Die Abteilung für Sexualwissenschaft der Universität Frankfurt
am Main. In: Ders., Kritik der disziplinierten Sexualität. Aufsätze 1986-1989. Frankfurt
/ M., New York: Campus 1989; 176-191
- 19 Sigusch V. Zum Verhältnis von Psychoanalyse und Sexualwissenschaft. In: Plänkers
T, Laier M, Otto H-H, Rothe H-J, Siefert H (Hg). Psychoanalyse in Frankfurt am Main.
Zerstörte Anfänge, Wiederannäherung und Entwicklungen. Tübingen: Ed. diskord 1996;
596-616
- 20 Sigusch V, Grau G. Der Kampf um das Frankfurter Institut für Sexualwissenschaft.
Aufruf - Proteste - Beschlüsse. Frankfurt am Main: Selbstdruck August 2006
- 21 Thadden E von. Sex mit Drittmitteln. Frankfurts Sexualforschung braucht Eigenverantwortung. Die
Zeit (Hamburg), 12. Januar 2006, S. 43
- 22 Tolmein O. Volkmar Sigusch. Konflikterfahren. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.
Dezember 2005, S. 38
- 23 Tolmein O. Ein Fall von Normalisierung. Nach der Abwicklung der Frankfurter Sexualwissenschaft:
Bleibt Raum für Patienten?. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. Oktober 2006, S. 28
- 24 [UniReport] .Die Asexualität der Universität. Das renommierte „Institut für Sexualwissenschaft”
des Klinikums steht zur Disposition. UniReport der Johann Wolfgang Goethe-Universität
Frankfurt am Main, Jg. 39, 17. Mai 2006, S. 6
- 25 Weiße I. Sex und andere Irrtümer. Ende der Aufklärung. Warum das legendäre Frankfurter
Institut für Sexualwissenschaft von der Schließung bedroht ist. Der Tagesspiegel (Berlin),
3. März 2006, S. 24
- 26 Zoske S. „Triebtäter werden auf die Straße geschickt”. Sexualforscher Sigusch warnt
vor Folgen einer möglichen Schließung seines Instituts. Frankfurter Allgemeine Zeitung,
3. Januar 2006, S. 46
- 27 Zoske S. Vom Außenseiter zur Autorität. Seit seinem Institut das Ende droht, bekommt
Sexualforscher Sigusch viel Zuspruch. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. Januar 2006,
S. 44
- 28 Zoske S. Abwicklung in Zeitlupe. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. April 2006,
S. 48
- 29 Zoske S. Ein Verlust. Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 25. August 2006, S. 52
Prof. Dr. med. habil. V. Sigusch
Direktor emeritus · Institut für Sexualwissenschaft · Klinikum der Universität Frankfurt
am Main · jetzt: Praxisklinik Vitalicum am Opernplatz
Neue Mainzer Straße 84
60311 Frankfurt am Main
eMail: Sigusch@em.uni-frankfurt.de
URL: http://www.vitalicum.com