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DOI: 10.1055/s-2008-1063109
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York
Die Letalität bei Kindern mit Neuroblastom - Ein Vergleich von zwei 10-Jahresstudien aus der pädiatrischen Onkologie der Universität Tübingen1
Lethality in Children with Neuroblastoma1 Herrn Prof. Dr. A. Flach zum 60. Geburtstag gewidmet.Publication History
Publication Date:
25 March 2008 (online)
Abstract
32 cases of sympathetic nervous system tumours have been treated in a single pediatric
oncologic center during 1970-79 and have been submitted to a follow-up analysis according
to the known prognostic parameters. A high significance of prognostic staging is seen
in correlation to age, stage, site of the primary, histologic differentiation, postoperative
excretion of metabolic catecholamines and surgical radicality.
The overall lethality in this material has been 38%, in contrast to a lethality rate
of 7 2% in the same center during the preceding period (1960-69). The reason for this
notable drop is thought to be early diagnosis leading to a combination of favourable
prognostic parameters. Total surgical removal of the primary is considered the most
important therapeutic factor, being exclusively sufficient in cases where the prognosis
is favourable (first year of life, stage I and II). A long term lethality rate subsequent
to cytotoxic treatment has been observed, so that the 2-years-survival time has to
be discussed.
Zusammenfassung
32 Kinder mit Tumoren des sympathischen Nervensystems wurden zwischen 1970 und 1979
in der Pädiatrischen Onkologie der Universität Tübingen behandelt und die Krankheitsverläufe
nach den bekannten prognostischen Parametern analysiert.
Es bestätigt sich eine hohe Signifikanz dieser prognostischen Parameter in bezug auf
Alter bei Diagnosestellung, klinisches Stadium (nach Evans), Sitz des Primärtumors,
histologische Differenzierung, postoperative Ausscheidung der Katecholaminmetaboliten
und Möglichkeit der totalen Tumorexstirpation.
Die Gesamtletalität in diesem Krankengut ist mit 38% bemerkenswert niedrig, gegenüber
einer Letalität von 72% im gleichen Onkologischen Zentrum während der vorausgegangenen
Zehnjahresperiode 1960-1969. Der Grund für diese Letalitätssenkung ist hauptsächlich
die Tumorfrüherkennung, die zu einer wesentlich günstigeren Kombination der prognostischen
Parameter in unserem Krankengut führt.
Die totale Exstirpation des Primärtumors erscheint als wichtigste therapeutische Maßnahme
und genügt bei günstigen prognostischen Voraussetzungen (Alter unter 1 Jahr, Stadium
I oder II) als einzige Therapie.
Da nach dem Einsatz von Zytostatika und Radiotherapie eine zunehmende Spätletalität
beobachtet wird, sollte die bislang übliche Gleichsetzung der 2-Jahres-Überlebensrate
mit der Heilungsrate beim Neuroblastom zugunsten differenzierterer Angaben aufgegeben
werden.
Key words
Neuroblastoma - Lethality in children
Schlüsselwörter
Neuroblastom - Letalität bei Kindern
