Psychiatr Prax 2018; 45(08): 450-451
DOI: 10.1055/a-0750-1560
Leserbrief
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Chancen und Herausforderungen offener Unterbringungsformen nicht thematisiert

Pollmächer T, Nyhuis PW. Autonomie-fokussierte Psychiatrie. Konzepte zur Minimierung von Zwang und Gewalt in psychiatrischen Kliniken. Psychiat Prax 2018; 45: 233 – 235
Georg Juckel
,
Jakov Gather
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Publication Date:
29 October 2018 (online)

In ihrem gemeinsamen Beitrag plädieren Thomas Pollmächer und Peter W. Nyhuis für eine „autonomie-fokussierte Psychiatrie“, durch die die Selbstbestimmung von Patienten gestärkt und Maßnahmen gegen den natürlichen Patientenwillen im Sinne einer „minimal-restriktiven Psychiatrie“ auf das „absolut notwendige Minimum“ reduziert werden sollen ([1], S. 233).

Diese allgemeine Stoßrichtung des Beitrags möchten wir nachdrücklich unterstützen. Auch die konkret und exemplarisch aufgezählten 13 Ansätze, die zur Prävention von Zwang und Gewalt beitragen sollen, halten wir grundsätzlich sämtlich für sinnvoll. Weitaus schwieriger als hierüber einen breiten Konsens zu erreichen, dürfte es unseres Erachtens sein, die genannten Maßnahmen und Konzepte in der täglichen Praxis flächendeckend zu verankern sowie wissenschaftlich zu zeigen, dass durch ihre Umsetzung Zwang und Gewalt in psychiatrischen Kliniken tatsächlich „effektiv“ ([1], S. 233) verringert werden können.