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DOI: 10.1055/a-0986-3055
Notfallmedizinische Aspekte der Kindesmisshandlung


Notfallmediziner kommen regelmäßig in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen, die von Misshandlung, Vernachlässigung oder sexuellem Missbrauch betroffen sind. Dazu müssen diese selbst gar nicht die Patienten sein – auch häusliche Gewalt zwischen Erwachsenen oder intoxikierte Sorgeberechtigte können eine Gefährdung darstellen. Dieser Beitrag hilft, mögliche Gefährdung von Kindern und Jugendlichen besser einzuschätzen und richtig darauf reagieren zu können.
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Der Kontakt zu Kindern mit Misshandlungserfahrungen tritt im Rettungsdienst regelmäßig auf – häufig wird die Situation jedoch nicht als solche erkannt.
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Auch in Fällen von häuslicher Gewalt, Abhängigkeitserkrankungen und akuten psychischen Krisen Erwachsener ist zu klären, ob Kinder mittelbar betroffen sind.
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Da diese Fälle ein besonders hohes Burn-out-Potenzial haben, dient das Wissen um wirksame Interventionen auch dem Selbstschutz der beteiligten Fachkräfte.
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Alle Verletzungsformen bei Kindern können auch als Folge von Misshandlungen vorkommen.
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Besonders gefährdet, Opfer von Misshandlung und Vernachlässigung zu werden, sind Säuglinge, Kleinkinder und Kinder mit Behinderungen.
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Die Abklärung unklarer Verletzungen bei Kindern sollte in einem Zentrum mit entsprechender Erfahrung erfolgen.
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Zur Gefährdungseinschätzung bei Verdacht auf Misshandlung kann und sollte das Jugendamt trotz Schweigepflicht informiert werden.
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Auch Fachkräften im Rettungsdienst stehen leicht erreichbare Beratungsmöglichkeiten in unklaren Situationen zur Verfügung.
Publication History
Article published online:
03 September 2020
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Georg Thieme Verlag KG
Stuttgart · New York