Die wissenschaftliche Nutzung von Sekundärdaten, nicht allein von solchen der
gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), hat sich in den vergangenen Jahren fest in
der Versorgungsforschung etabliert. Das zeigen das Memorandum Methoden der
Versorgungsforschung [1] und Grundlagenwerke der
Sekundärdatenanalyse [2]. Gleichwohl
entwickelt sich eine hohe Dynamik in diesem Forschungszweig, einerseits durch die
zahlreichen durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA)
geförderten Projekte mit Nutzung von Sekundärdaten, andererseits
durch die rasant zunehmenden wissenschaftlichen Studien mit einem individuellen
Datenlinkage von Primär- und Sekundärdaten oder
Sekundärdaten unterschiedlicher Dateneigner. Weiterhin geraten zunehmend
Sekundärdaten jenseits der weithin bekannten GKV-Abrechnungsdaten in den
Fokus der Wissenschaft. Daher erscheint es den Herausgebern sinnvoll,
ergänzend zu den in früheren Jahren etablierten oder neu
publizierten Standards der Sekundärdatenanalyse [3]
[4]
[5] einen breiten methodischen Überblick
zu geben über die für die Sekundärdatenanalyse
zugänglichen Datenquellen, über methodische Herausforderungen bei
deren Erschließung, Validierung und Aufbereitung sowie neue methodische
Ansätze bei der Analyse der Daten zu diskutieren.