Zusammenfassung
Hintergrund Die Rollung der Spenderhornhaut für eine Descemet Membrane endothelial Keratoplasty (DMEK) ist sehr variabel. Insbesondere ein kleiner Durchmesser der Rolle kann die
Operation erschweren. In dieser Studie untersuchten wir, wie Temperatur, Osmolarität und Quellungszustand den Rollendurchmesser beeinflussen.
Material und Methoden In der Studie wurden Spenderhornhäute, die nicht für eine Transplantation verwendet werden konnten, untersucht. Der Durchmesser der DMEK-Transplantatrollen
wurde nach der Präparation mittels Auflichtmikroskopie unter verschiedenen Bedingungen gemessen: (1) Der Rollendurchmesser wurde in Ringer-Lösung bei Temperaturen von 5 °C, 24 °C und 35 °C
gemessen. (2) Zur Untersuchung des Effekts von verschiedenen Kulturbedingungen verwendeten wir 6% dextranhaltiges Medium für 10 min, 20 min, 16 h und 24 h, sowie hyper- und hypoosmolare
Flüssigkeiten (5% NaCl oder Aqua dest.) für jeweils 5 min.
Ergebnisse Die Spender waren im Median 62 Jahre alt. Die mediane Endothelzelldichte der Hornhäute lag bei 1679 Zellen/mm2. In 24 °C warmer Ringer-Lösung war der mediane
Durchmesser der DMEK-Rolle 1,35 mm (Interquartilenabstand, 1,04 – 1,89). Bei unterschiedlichen Temperaturen zeigte sich in Ringer-Lösung eine Größenänderung zwischen 0,02 und 0,29 mm. Die
Veränderung der Osmolarität resultierte in einer Differenz von 0,02 – 0,46 mm, eine Entquellung mit Dextran resultierte in einer Größenänderung von 0,02 und 0,09 mm.
Zusammenfassung In dieser experimentellen Fallserie zeigte sich keine Änderung des Durchmessers der DMEK-Rolle durch Temperatur, Osmolarität und Quellungszustand. Die Beeinflussung
der Transplantatrollung zur Standardisierung und Vereinfachung der Operationstechnik bleibt weiterhin ein interessantes Ziel zukünftiger Studien.
Schlüsselwörter
Hornhauttransplantation - DMEK - Transplantatrollung