Boyapati A.
et al.
Association of High Serum Interleukin-6 Levels With Severe Progression of
Rheumatoid Arthritis and Increased Treatment Response Differentiating
Sarilumab From Adalimumab or Methotrexate in a Post Hoc Analysis.
Arthritis Rheumatol 2020;
72: 1456-1466
Im Rahmen der MONARCH-Studie wurden Patienten mit mäßig bis
schwerer RA und Methotrexat-Unverträglichkeit bzw. schlechtem Ansprechen
auf diese Therapie über 24 Wochen mit Sarilumab oder Adalimumab
behandelt, erläutern die Forscher. Im Rahmen der MOBILITY-Studie wurden
Patienten mit mäßig bis schwerer RA und inadäquatem
Methotrexat-Ansprechen über 52 Wochen mit 2 verschiedenen
Sarilumab-Dosen bzw. Placebo in Kombination mit Methotrexat behandelt. Von allen
Patienten standen vor Studienbeginn entnommene Blutproben zur Verfügung,
anhand welcher die Wissenschaftler die Serum-IL-6-Konzentration bestimmten.
Anschließend prüften sie, inwiefern sich die verschiedenen
IL-6-Terzile bezüglich des Therapieansprechens auf Sarilumab
unterschieden.
Ergebnisse
Die Auswertung der MONARCH-Daten ergab: Die Patienten des höchsten
IL-6-Terzils (≥ das Dreifache des oberen Normwerts zu Studienbeginn;
n=100) wiesen im Vergleich zu den Patienten des niedrigsten Terzils
initial eine höhere Krankheitsaktivität auf. Das
Ausmaß der klinischen Besserung im Verlauf der 24-wöchigen
Sarilumab- vs. Adalimumab-Behandlung war bei Patienten mit hohem
Ausgangs-IL-6-Spiegel größer als bei Patienten mit niedrigem
Spiegel. Die Analyse der MOBILITY-Studie zeigte: Im Vergleich zu Patienten
mit niedrigem IL-6-Spiegel (n=397) wiesen Patienten mit hohem
IL-6-Spiegel (n=398) initial eine höhere
Krankheitsaktivität sowie ausgeprägtere
Gelenkschäden auf und erlitten zudem häufiger einen Progress
der Gelenkschäden. Ferner erfuhren sie im Verlauf der
52-wöchigen Therapiephase eine geringere klinische Verbesserung. In
beiden Studien stellten der IL6- und der CRP-Spiegel bei Studienbeginn
Prädiktoren bezüglich des Behandlungserfolgs dar. Im
Hinblick auf das Sicherheitsprofil unterscheiden sich die Patienten der 3
IL-6-Terzile in beiden Studien nicht wesentlich.
Bei RA-Patienten mit unzureichendem Methotrexat-Ansprechen oder
-Unverträglichkeit, so das Fazit der Autoren, stellt der
IL-6-Serumspiegel möglicherweise einen Prognosemarker im
Hinblick auf den Krankheitsprogress sowie die Erkrankungsschwere dar.
Sie gehen davon aus, dass Patienten mit hohem IL-6-Spiegel von Sarilumab
im Vergleich zu Adalimumab oder Methotrexat profitieren. Prospektive
Studien müssen nun ihrer Ansicht nach diese post
hoc-Analyseergebnisse bestätigen.
Dr. med. Judith Lorenz, Künzell