Zusammenfassung
Hintergrund Als Fach mit einem sehr hohen Anteil elektiv planbarer
Operationen war die Orthopädie und Unfallchirurgie strukturell und
finanziell stark von den Maßnahmen gegen die Coronapandemie betroffen.
Erfahrungen aus der konservativen Orthopädie wurden bisher kaum
berichtet.
Ziel Die Studie soll Erkenntnisse darüber liefern, welche
Veränderungen sich im Patientenkollektiv einer stationären konservativen
Behandlung von Patienten mit Wirbelsäulenerkrankungen unter der
Coronapandemie hinsichtlich Fallzahlen, Patientenstruktur und
Behandlungsverlauf ergeben haben.
Material und Methoden Es wurden retrospektiv Daten von insgesamt 954
Patienten aus der Routinedokumentation einer Abteilung für konservative
Behandlung von Rückenschmerzen aus den Jahren 2019 und 2020 verglichen, die
Aussagen über den Verlauf der stationären konservativen
Wirbelsäulenbehandlung erlauben. Neben soziodemografischen Daten wurden
numerische Schmerzratingskalen, Skalen zur Beeinträchtigung durch die
Schmerzen und zur körperlichen Funktionsfähigkeit bei Behandlungsbeginn und
bei Behandlungsende mittels deskriptiver Statistik und Unterschiedstests
analysiert.
Ergebnisse Die Studie zeigte eine Reduktion der Fallzahlen um 21%
gegenüber dem Zeitraum vor der Pandemie. Die Patientenstruktur hat sich
geändert hinsichtlich der Diagnosegruppen und der körperlichen
Funktionsfähigkeit. Die Werte der Assessments bei Entlassung wie auch deren
Prä-post-Differenzen zeigen ein nahezu identisches Bild der Ergebnisqualität
vor und nach Pandemiebeginn.
Diskussion Der relativ geringe Rückgang an stationären Einweisungen
zur nicht operativen Behandlung von spezifischen Wirbelsäulenerkrankungen
verweist darauf, dass auch in der pandemiebedingten Krise dieses
Behandlungsangebot erforderlich war. Bei geringen Veränderungen in der
Patientenzusammensetzung konnten vergleichbare Behandlungsergebnisse erzielt
werden.
Schlüsselwörter
COVID-19-Pandemie - spezifische Rückenschmerzen - konservative Wirbelsäulenbehandlung - Ergebnisqualität