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DOI: 10.1055/a-1858-2525
Kinder und Jugendliche mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma
Da das Hirngewebe unter allen Organen die geringste Sauerstoffmangeltoleranz hat, ist die Zeitspanne zwischen Diagnostik und adäquater Therapie besonders entscheidend für das Outcome hinsichtlich Morbidität und Mortalität – ganz nach dem Leitsatz: „Time is Brain!“. Um diese Zeitspanne zu optimieren, sollte sich die Versorgung von Schädel-Hirn-Traumata im Kindes- und Jugendalter an der aktuellen S2k-Leitlinie von 2022 orientieren. In diesem Artikel wird besonders auf das schwere Schädel-Hirn-Trauma Bezug genommen.
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Regelmäßige klinisch-neurologische Verlaufskontrollen (GCS, Pupillenreaktion, Motorik) und Etablierung eines Neuromonitorings bei sedierten Patienten sind durchzuführen.
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Vor Indikationsstellung einer kranialen Bildgebung unter Berücksichtigung des Strahlenschutzes sollte eine Risiko-Nutzen-Bewertung erfolgen.
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Die Vermeidung sekundärer Hirnschädigung durch Normalisierung physiologischer Parameter (Blutdruck, Sauerstoffsättigung, Kohlenstoffdioxidgehalt, Temperatur und Blutzucker) und durch hinreichende Analgosedierung zur Schmerz- und Stressvermeidung sollte angestrebt werden.
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Eine neurochirurgische Intervention erfolgt bei raumfordernden Blutungen, konservativ nicht senkbarem erhöhtem Hirndruck (ICP > 20 mmHg) und zur Anlage einer externen Ventrikeldrainage oder Parenchymsonde zur besseren intensivmedizinischen Überwachung.
Schlüsselwörter
Pädiatrie - Intensivmedizin - Schädeltrauma - intrakranieller Druck - HirnverletzungPublication History
Article published online:
16 June 2023
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