ergopraxis 2022; 15(11/12): 20-22
DOI: 10.1055/a-1887-1350
Wissenschaft

Internationale Studienergebnisse

Geeignet bei Depressionen und Angststörungen – Tree Theme Method

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Wer mehr über TTM erfahren möchte, findet einen Beitrag in der Oktober-Ausgabe unter www.thieme-connect.de/products/ergopraxis > „Ausgabe 10/22“. © BillionPhotos.com/stock.adobe.com

TTM
Mit der Tree Theme Method lassen sich kreative Aktivitäten klienten- und betätigungszentriert nutzen.

Die psychosoziale, klientenzentrierte Tree Theme Method (TTM) wurde für Menschen mit Depressionen und Angststörungen entwickelt. Sie hat hinsichtlich täglicher Betätigungen, psychologischer Symptome und gesundheitsbezogener Aspekte dieselben Effekte wie eine „gewöhnliche“ ergotherapeutische Behandlung. Zu diesem Ergebnis kommt Brigitta Gunnarsson von der Universität Gothenburg, Schweden, mit ihrem Team.

Die Forscherinnen untersuchten in ihrer prospektiven randomisiert kontrollierten Studie zwei Gruppen: Die Interventionsgruppe erhielt Ergotherapie nach TTM (zu Deutsch: Baumthemenmethode). Sie bestand aus 62 Teilnehmenden (10 Männer, 52 Frauen), die im Schnitt 43 Jahre alt waren. Die Kontrollgruppe (10 Männer, 46 Frauen) erhielt Therapie „as usual“. Ihr Durchschnittsalter betrug 41,3 Jahre.

Die TTM-Gruppe erhielt fünf Therapieeinheiten in einem nicht näher bezeichneten Zeitraum. Deren Inhalt war beispielsweise das Malen von Bäumen, die die aktuelle oder vergangene Lebenssituation symbolisieren. Diese dienten als Grundlage für eine Reflexion. In der letzten Einheit gestalteten die Klient*innen einen Baum, der die Zukunft repräsentiert. Die Kontrollgruppe nahm ebenfalls an fünf Therapieeinheiten teil, deren Inhalte zum Beispiel Gespräche und Planung von Tagesrhythmus, Routinen und Alltag waren.

Zur Messung täglicher Betätigungen, psychologischer Symptome und gesundheitsbezogener Aspekte nutzten die Forscherinnen neun Fragebögen, ein Auszug: Einschränkungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit ermittelten sie mit dem COPM. Die Symptome von Angststörungen und Depressionen schätzten sie mit der Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS) ein. Zur Analyse gesundheitsbezogener Aspekte wie dem Kohärenzgefühl, der Selbstbestimmung im Alltag und der Lebensqualität kam die Sense of Coherence Scale zum Einsatz.

Die Ergebnisse zeigen, dass es keine signifikanten Unterschiede in den täglichen Betätigungen zwischen der Interventions- und der Kontrollgruppe gibt. Beide erzielten eine Verbesserung in der Ausführung und Zufriedenheit und erreichten zudem eine ausgeglichenere Betätigungsbalance. Die psychologischen Symptome reduzierten sich ebenfalls in beiden Gruppen – sowohl nach drei als auch nach zwölf Monaten. Dasselbe gilt für die gemessenen gesundheitsbezogenen Aspekte.

Damit beeinflussen sowohl die TTM als auch die reguläre Ergotherapie über einen Zeitraum von einem Jahr gleichermaßen Alltagsaktivitäten, psychologische Symptome und gesundheitsbezogene Aspekte beiDepressionen und Angststörungen.

ghle

Aust Occup Ther J 2022; 4: 379–390



Publication History

Article published online:
03 November 2022

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