Prof. Dr. Dr. Frank Schneider für seine Verdienste um Aufarbeitung und Erinnerung
an die Verbrechen der Psychiatrie im Nationalsozialismus geehrt
Die Berliner Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie hatte am 16.6.2021 dem langjährigen
Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik an der Uniklinik
der RWTH Aachen und jetzigem Ärztlichen Direktor und Vorstandsvorsitzenden des Universitätsklinikums
Düsseldorf, Prof. Dr. med. Dr. rer. soc. Frank Schneider, die Berliner Griesinger-Medaille
verliehen (an dieser Stelle wurde berichtet). Bei der Verleihung hielt Schneider den
Berliner Griesinger-Vortrag zum Thema „Psychiatrie im Nationalsozialismus: Erinnerung
und Verantwortung“.
Die BGPN würdigte mit der Ehrung insbesondere Schneiders herausragendes Eintreten
für die Übernahme der historischen Verantwortung der Psychiatrie für die im Nationalsozialismus
an den psychiatrischen Patienten und Patientinnen begangenen Verbrechen. Unter anderem
während seiner Zeit als DGPPN-Präsident setzte Schneider sich mit zahlreichen Initiativen
und Aktivitäten dafür ein, die Opfer anzuerkennen, an ihrer Seite zu stehen, sich
zur eigenen Vergangenheit zu bekennen und aus der Vergangenheit zu lernen. Im Namen
der DGPPN hatte Schneider die Opfer und deren Angehörige um Verzeihung für das Leid
und Unrecht und das Schweigen und Verdrängen der Psychiatrie gebeten.
Ministerpräsident Wüst und Preisträger Schneider Foto: ©Land NRW/Caroline Seidel
Nunmehr wurde Prof. Schneider für sein Wirken auch national geehrt, mit dem Bundesverdienstorden,
der ihm am 30.11.2022 vom NRW-Ministerpräsidenten Wüst ausgehändigt wurde. In seiner
Laudatio fasste Wüst zusammen: „Lieber Herr Schneider, für Ihr Einstehen gegen das
Vergessen und für Ihr vorbildliches Engagement hat Ihnen der Bundespräsident den Verdienstorden
der Bundesrepublik Deutschland verliehen.“
Die BGPN beglückwünscht Prof. Schneider sehr herzlich zu dieser Auszeichnung und freut
sich über die bundesweite Anerkennung seiner Verdienste.
T. Bschor
AUSSCHREIBUNG: PROMOTIONSPREIS DER BGPN
Wie jedes Jahr verleiht die Berliner Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie auch
2023 den Promotionspreis an die 2 besten eingereichten Promotionen des letzten Jahres
aus den Gebieten der Psychiatrie und Neurologie. Die Preisträger erhalten ein Preisgeld
von je 1000 Euro und die Möglichkeit, ihre Arbeiten bei einer wissenschaftlichen Veranstaltung
der BGPN vorzustellen. Bewerber müssen ihre Promotion bis zum 31.12.2022 an einer
Berliner Institution abgeschlossen haben. Die Abgabefrist endet am 31.03.2023. Bitte
senden Sie Ihre Arbeiten zusammen mit einem Curriculum viate an den Schriftführer
der Gesellschaft: harald.pruess@charite.de