Zusammenfassung
Hintergrund Der Landkreis Fürth hat im Rahmen der
GesundheitsregionPlus (https://www.gesundheitsregionenplus.bayern.de/ ) eine
Bedarfserhebung zu Maßnahmen der Gesundheitsförderung und
Prävention bei Schwangeren und jungen Familien durchgeführt.
Basierend auf qualitativem Interviewmaterial der Bedarfserhebung wird in diesem
Beitrag ein gegenstandsorientiertes, theoretisches Modell von Zugangswegen zu
Maßnahmen der Gesundheitsförderung und primären
Prävention in der GesundheitsregionPlus Landkreis Fürth
abgeleitet.
Methoden Es wurden insgesamt sieben Expertinnen und Experten sowie
insgesamt elf Schwangere bzw. Mütter interviewt. Um den Zugang zu
Maßnahmen der Gesundheitsförderung und primären
Prävention in der Bevölkerung genauer zu untersuchen, wurden die
Gespräche in Anlehnung an das Backward Mapping strukturiert. Die Daten
wurden im Rahmen einer qualitativen, strukturierenden Inhaltsanalyse nach
Mayring ausgewertet.
Ergebnisse und Schlussfolgerung Es können insgesamt drei Ebenen
des Zugangs im Hinblick auf die Randbedingungen unterscheiden werden, welche
dazu führen, dass Schwangere und junge Familien an einer
Maßnahme der primären Prävention &
Gesundheitsförderung (Präv/GF-Maßnahme) in der
GesundheitsregionPlus Landkreis Fürth teilnehmen: Ein erster Zugangsweg
erfolgt über Enkulturation, ein zweiter erfolgt über Motivation
und ein dritter Zugangsweg erfolgt über Empfehlungen. Abhängig
von Randbedingungen wie z. B. einer spezifischen
Gesundheitsförderungsmaßnahme kann eine der drei Zugangsebenen
den dominanten Zugang darstellen.
Abstract
Background The GesundheitsregionPlus (https://www.gesundheitsregionenplus.bayern.de/ )
assessed measures for health promotion and primary prevention among pregnant
women and young families in the area of Fuerth, Bavaria. Based on qualitative
interview data, we derived a subject-orientated theoretical model of access
routes to health promotion and primary prevention in the GesundheitsregionPlus
area of Fuerth, Bavaria.
Methods We interviewed seven experts and eleven pregnant women or mothers.
We structured the interview data in conformity with the backward mapping method
to investigate access routes to health promotion and primary prevention in the
respective population. We conducted qualitative, structured content analysis to
analyse the interview data.
Results and Conclusion The theoretical model of access routes identified
three different levels of access to health promotion and primary prevention for
pregnant women and young families in the GesundheitsregionPlus area of Fuerth,
Bavaria. A first access route was the level of Enculturation, a second access
route was the level of Motivation and a third access route was the level of
Recommendation. The dominance of one of the three access routes can depend on
boundary conditions such as the specific type of health promotion measure.
Schlüsselwörter kommunale Gesundheitsförderung - Präventionsgesetz - Zugang zu Gesundheitsförderungsmaßnahmen - Gesundheit in der Schwangerschaft - Familiengesundheit - Qualitative Sozialforschung
Key words community-based health promotion - prevention act - access to health promotion programs - health in pregnancy - family health - qualitative social researchonline publiziert 2022