Patienten mit Typ-2-Diabetes (T2D) haben im Gegensatz zu Patienten ohne T2D ein erhöhtes
Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD). Obwohl Fachgesellschaften die beiden Klassen von
blutzuckersenkenden Mitteln (Natrium-Glukose-Cotransporter-2-Inhibitoren [SGLT2i] und
Glucagon-ähnliche Peptid-1-Rezeptor-Agonisten [GLP-1RAs]) wegen ihrer kardioprotektiven Wirkung
empfehlen, bleibt die Übernahme dieser Leitlinien in der Routineversorgung eine Herausforderung,
da es Hinweise darauf gibt, dass ihre kardiovaskulären Vorteile möglicherweise nicht in allen
Patientengruppen einheitlich sind. Insbesondere sind die schützenden Wirkungen von
SGLT2-Inhibitoren und GLP-1RAs auf schwerwiegende unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse
(MACEs) bei Patienten mit etablierter atherosklerotischer Herz-Kreislauf-Erkrankung (ASCVD) oder
Herzinsuffizienz (HF) deutlicher, wohingegen sich ihre Auswirkungen auf die
Krankenhauseinweisung wegen Herzinsuffizienz (HHF) je nach CVD-Ausgangsstatus nicht
unterscheiden. Auch beim Alter scheinen signifikante Wirkungsunterschiede vorzuliegen:
Empaglofizin als SGLT-2-Inhibitor scheint nur bei Patienten > 65 Jahren das Risiko für
kardiovaskulären Tod und MACE zu senken, während der GLP-1-Agonist Liraglutid das MACE-Risiko
bei Patienten > 75 Jahren stärker beeinflussen konnte als bei Patienten < 75 Jahren.
Derzeit liegen nur begrenzte Daten für den direkten Vergleich von Empagliflozin mit Liraglutid
(oder GLP-1RA) bei Patienten mit ASCVD- und/oder HF-Risiko und einem höheren Durchschnittsalter
vor. In der vorliegenden Studie wurde die Wirksamkeit von SGLT2i im Vergleich zu Sitagliptin bei
älteren Erwachsenen mit Herzinsuffizienz und Typ-2-Diabetes untersucht und ob es
Substanzklassenunterschiede zwischen Wirkstoffen innerhalb der SGLT2i-Klasse oder bei
reduzierter und erhaltener Ejektionsfraktion gab.