Im Zuge des weltweiten Anstieges der Bedeutung von psychischen Störungen
[1], werden frühzeitige Interventionen
und wirksame psychotherapeutische Behandlungen für ein funktionierendes
Gesundheitssystem immer wichtiger. Der aktuelle Stand der Psychotherapieforschung
zeigt jedoch, dass nicht alle Patient:innen gleichermaßen von Psychotherapie
profitieren, sondern dass die meisten Patient:innen (70–80%) zwar
deutliche Verbesserung zeigen, während andere nur geringe oder keine
Fortschritte erzielen oder sogar Verschlechterungen erfahren [2]. Dies impliziert eine stärkere
Berücksichtigung von individuellen Unterschieden von Patient:innen und deren
Therapieverlauf in der Psychotherapieforschung, sowie eine stärkere
Refokussierung auf ungünstige Therapieverläufe und Abkehr von der
Frage nach durchschnittlichen Unterschieden zwischen den verschiedenen
Therapieverfahren oder Therapieschulen.