Subscribe to RSS
DOI: 10.1055/a-2307-2445
Im Gleichklang arbeiten



Redakteur (V.i.S.d.P.), Stuttgart
In einer Band ist es essenziell, dass jede Musikerin und jeder Musiker ihr bzw. sein Instrument gut beherrscht, die Abläufe der Songs kennt und die jeweilige Rolle ausübt, welche sich mit jedem Lied etwas ändern kann. So kann es z. B. in einem Song gefordert sein, dass der Schlagzeuger hauptsächlich im Hintergrund bleibt und einen einfachen Grundbeat spielt, unterbrochen höchstens von ein paar simplen Trommelwirbeln. In einem anderen Stück passt es dann wieder, wenn der Drummer komplizierte und sich des Öfteren ändernde Grooves nutzt, die zudem viel Dynamik (z. B. von leise bis laut oder von sanft bis druckvoll) und vielleicht auch ein Solo erfordern. Bei beiden Spielarten ist es wichtig, dass der Schlagwerker voll hinter dem steht, was er gerade spielt – auch wenn vielleicht das eine weit unterhalb des Niveaus liegt, was er spielen kann, und das andere nah an seinem persönlichen Limit ist.
Das saubere, begeisterte eigene Spiel und auch das Zusammenspiel mit den Mitmusikern inklusive der Kommunikation auf der Bühne sind der Schlüssel dafür, dass am Ende die Darbietung des Liedes davon profitiert – und das ist das oberste Ziel, um letztendlich auch das Publikum zu erreichen, welches den Enthusiasmus und die Kommunikation der Band untereinander und mit den Zuhörern sowie den Flow gut gespielter Songs spürt.
Diese Zeilen spiegeln meine eigene Erfahrung wider – aus vielen Gesprächen mit anderen musikalisch Aktiven und aus diversen Erfahrungsberichten sowie anderweitiger Lektüre bin ich über Jahre aber zur Überzeugung gekommen, dass dies in der Musik universell gültige Regeln sind. So konnten Forschende an Max-Planck-Instituten z. B. feststellen, dass sich die Hirnwellen von Musikern bei einem Duett synchronisieren – und zwar nicht als Nebenprodukt des gemeinsam Gehörten, sondern als Ergebnis dessen, dass sie ihr Spiel aktiv aufeinander abstimmen (Quelle: Max-Planck-Gesellschaft. News vom 31.01.2022. Im Internet: https://www.mpg.de/18184232/solo-und-duett; Stand: 12.08.2024).
Auch in der Medizin und insbesondere in der Nephrologie hat es einen hohen Stellenwert, im Gleichklang mit anderen relevanten Fachdisziplinen und Berufsgruppen zu arbeiten. Hierbei gibt es analog zu den oben beschriebenen Mechanismen notwendige Voraussetzungen, damit alles reibungslos klappt: Jeder muss sein Handwerk beherrschen, die Abläufe kennen und seine Rolle ausfüllen – und natürlich spielt Kommunikation eine entscheidende Rolle. Um die Interdisziplinarität in der Nephrologie fokussiert abzuhandeln, habe ich mich entschieden, die vorliegende Ausgabe der „Nephrologie aktuell“ mit diesem Schwerpunkt zu belegen. Ich konnte Prof. Dr. med. Gunter Wolf, MHBA, vom Universitätsklinikum Jena für das Gasteditorenamt gewinnen – er stellt Ihnen zusammen mit seinem kompetenten Autorenteam ab Seite 302 das Thema in verschiedenen Facetten vor. Weitere interessante Beiträge finden Sie in den Rubriken „Expertentipp“, „Journal-Club Dialyse“ und „Forum der Industrie“. Ich wünsche Ihnen eine angenehme Lektüre!
Publication History
Article published online:
06 September 2024
© 2024. Thieme. All rights reserved.
Georg Thieme Verlag KG
Rüdigerstraße 14, 70469 Stuttgart, Germany