ZUSAMMENFASSUNG
Die MRT ist für die meisten Fragestellungen in der Pädiatrie die Spitze der Bildgebung. Dass sie dennoch im Vergleich zu Ultraschall und Röntgen sehr selten angewandt wird, hat nicht nur mit der geringeren Verbreitung der großen MRT-Scanner zu tun: Ein wesentliches Hindernis ist, dass Kinder in der konventionellen MRT absolut stillliegen müssen – eine insbesondere bei kleinen, unkooperativen Säuglingen und Kleinkindern nicht erfüllbare Voraussetzung, weshalb MRT-Untersuchungen in diesem Alter regelhaft in medikamentöser Sedierung durchgeführt werden müssen.
Eine neue MRT-Technik, die sogenannte Echtzeit-MRT, kann dieses Hindernis überwinden. Mit bis zu 50 Bildern pro Sekunde beeinflussen Bewegungen des Kindes die diagnostische Qualität nicht länger. Die Technik wurde bereits erfolgreich bei Kindern an Kopf, Herz und Lunge angewandt. Hierdurch ließ sich die Sedierungsrate bei kleinen Kindern relevant senken. Für weitere Einsatzgebiete gibt es vielversprechende erste Erfahrungen. Für eine erfolgreiche Etablierung der Echtzeit-MRT in den kinderradiologischen Workflow ist jedoch ein Umdenken bei Pädiatern sowie Radiologen erforderlich, da diese Form der ultraschnellen MRT nicht mehr jede denkbare Krankheitsursache klären will. Vielmehr fokussiert sie ihre Aussagekraft auf besonders schwere oder frequente Differenzialdiagnosen.
Im richtigen Setting und mit fokussierten Fragestellungen revolutioniert die Echtzeit-MRT als bisher vermisstes Bindeglied zwischen breit verfügbarem Ultraschall und der konventionellen High-End-MRT die Kinderradiologie.
ABSTRACT
MRI is the cutting edge of imaging for most pediatric queries. The fact that it is still very rarely performed in comparison to ultrasound and X-rays is not only due to the limited availability of full-size MRI scanners: a major hurdle is that children have to lie absolutely still during conventional MRI – a requirement that cannot be met, especially for small, uncooperative infants and toddlers, which is why MRI examinations at this age usually have to be performed under pharmaceutical sedation.
A novel MRI technique, known as real-time MRI, can overcome this obstacle. With up to 50 images per second, the child’s movements no longer affect the diagnostic quality. The technique has already been used successfully on paediatric head, heart and lung scans. As a result, the sedation rate in small children has been significantly reduced. There is promising initial experience in other fields of use. However, a successful establishment of real-time MRI in the pediatric radiology workflow requires a paradigm shift among pediatricians and radiologists, as this form of ultrafast MRI no longer aims to resolve every possible source of pathology. Instead, it focuses its diagnostic power on particularly severe or frequent differential diagnoses.
In the right setting and addressing specific questions, real-time MRI is revolutionizing pediatric radiology as a missing link between widely available ultrasound and conventional high-end MRI.
Schlüsselwörter
Echtzeit-MRT - Sedierung - Kleinkinder
Keywords
Real-time MRI - sedation - infants