Sprache · Stimme · Gehör 2025; 49(01): 39-40
DOI: 10.1055/a-2463-6160
Interview

Das Curriculum „Trachealkanülenmanagement in der Dysphagietherapie“

Interview mit Christian Ledl, Leiter der Abteilung für Sprach-, Sprech- und Schlucktherapie der Schön Klinik Bad Aibling und Dr. Ulrike Frank, Leiterin des interdisziplinären Swallowing Research Lab der Uni Potsdam
Anna Maria Pekacka-Egli
Zur Person

Christian Ledl studierte Phonetik, Sprachliche Kommunikation und Psycholinguistik an den Universitäten München, Genf und Bonn. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Phonetik der LMU München und am Centre national dʼ Etudes des Télécommunications (Frankreich). Seit 1994 ist er Leiter der Abteilung für Sprach-, Sprech- und Schlucktherapie der Schön Klinik Bad Aibling. Seine wissenschaftlichen Arbeitsschwerpunkte in der Dysphagie sind Trachealkanülenmanagement, instrumentelle Diagnostik (FEES, hochauflösende pharyngo-ösophageale Manometrie), neurostimulative Therapieverfahren, Outcome-Messungen und Sekretmanagement.

Zoom Image
Zur Person

Dr. Ulrike Frank, Dipl Patholinguistin, ist Sprachtherapeutin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Potsdam. Seit 2009 Gründerin und Leiterin des interdisziplinären Swallowing Research Lab am Department Linguistik der Uni Potsdam. Seit 2021 Vorstandsmitglied der Deutschen interdisziplinären Gesellschaft für Dysphagie (DGD). Autorin mehrerer Beiträge in nationalen und internationalen Fachzeitschriften und Fachbüchern zum Dysphagie- und Trachealkanülenmangement.

Zoom Image

Könnten Sie uns einen Überblick über die zentralen Inhalte des Trachealkanülen-Curriculums geben?

Die zentralen Inhalte des TKM-Curriculums sind die theoretische und praktische Ausbildung von LogopädInnen und SprachtherapeutInnen in allen relevanten Bereichen des TK-Managements. Dazu zählen Verfahren der Tracheo(s)tomie und deren Implikationen, Kenntnis verschiedener Arten und Funktionen von Trachealkanülen, Tracheostomapflege, Diagnostik und Umgang mit TK-assoziierten Komplikationen. Fundierte Kenntnis in der klinischen und instrumentellen Diagnostik im TKM und auch im pädiatrischen TKM bilden die Basis für spezifische therapeutische Interventionen, darunter auch das Vorgehen bei der oralen Ernährungsmöglichkeit und im Speichel- und Sekretmanagement. Nachdem TKM auf der Intensivstation (ICU) beginnt, werden Kenntnisse über ICU-spezifische Erkrankungen, Beatmungsformen und therapeutische Methoden des TK-Weanings vermittelt. Und last not least werden die KollegInnen zu den juristischen Grundlagen mit den sich daraus ergebenden Rechten und Pflichten im Bereich der Delegation, der Übernahmeverantwortung und des Medizinproduktegesetzes.



Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
27. Februar 2025

© 2025. Thieme. All rights reserved.

Georg Thieme Verlag KG
Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany