Aktuelle Kardiologie 2025; 14(01): 28-33
DOI: 10.1055/a-2496-4899
Kurzübersicht

Mitralklappeninsuffizienz bei eingeschränkter LV-Funktion

Mitral Valve Insufficiency with Impaired LV Function
Mohammad Kassar
1   Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen, Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum, Bad Oeynhausen, Deutschland
,
Muhammed Gerçek
1   Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen, Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum, Bad Oeynhausen, Deutschland
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Zusammenfassung

Die Mitralklappeninsuffizienz (MI) ist die häufigste Herzklappenerkrankung bei Patienten mit Herzinsuffizienz (HF) und wird meist als funktionelle Mitralklappeninsuffizienz (FMR) diagnostiziert. Diese sekundäre Erkrankung entsteht durch eine linksventrikuläre Dysfunktion, die zu einer pathologischen Belastung des Klappenapparats führt, obwohl dieser strukturell intakt bleibt. Die resultierende Volumenbelastung des linken Herzens verursacht eine Dilatation und erhöht den Füllungsdruck, was zu einem Circulus vitiosus mit rechtsseitiger Herzbeteiligung führt.

Therapeutische Optionen umfassen leitliniengerechte medikamentöse Therapien, chirurgische Interventionen und interventionelle Verfahren wie die transkatheterbasierte Mitralklappenrekonstruktion (M-TEER). Studien wie MITRA-FR, COAPT und RESHAPE-HF2 haben die Wirksamkeit von M-TEER untersucht, wobei Ergebnisse zeigen, dass die Patientenselektion und das Ausmaß des ventrikulären Remodelings entscheidend für den Therapieerfolg sind. Die MATTERHORN-Studie hebt die vergleichbare Wirksamkeit und höhere Sicherheit von M-TEER gegenüber der Chirurgie bei ausgewählten Patienten hervor.

Dieser Artikel beleuchtet die Pathophysiologie, prognostische Bedeutung und aktuelle therapeutische Ansätze bei MI in Kombination mit linksventrikulärer Dysfunktion, wobei die Herausforderungen in der Patientenselektion und der Optimierung bestehender Therapien im Vordergrund stehen.

Abstract

Mitral regurgitation (MI) is the most common valvular heart disease in patients with heart failure (HF), predominantly manifesting as functional mitral regurgitation (FMR). This secondary condition arises from left ventricular dysfunction, leading to pathological stress on an otherwise structurally intact valve apparatus. The resulting volume overload of the left heart causes dilation and increased filling pressures, perpetuating a vicious cycle with eventual right heart involvement.

Therapeutic options include guideline-directed medical therapies, surgery, and transcatheter techniques like Mitral Transcatheter Edge-to-Edge Repair (M-TEER). Studies such as MITRA-FR, COAPT, and RESHAPE-HF2 have evaluated M-TEER efficacy and safety, demonstrating the critical importance of patient selection and ventricular remodeling severity in determining therapeutic success. The MATTERHORN study highlights the comparable efficacy and superior safety of M-TEER over surgery in selected patients.

This review examines the pathophysiology, prognostic implications, and current therapeutic approaches for MI with left ventricular dysfunction, emphasizing the challenges in patient selection and optimization of available treatments.

Was ist wichtig?

Die funktionelle Mitralklappeninsuffizienz (FMR) bei eingeschränkter linksventrikulärer Funktion stellt eine bedeutende Herausforderung in der Kardiologie dar. Sie verschlechtert Prognose und Lebensqualität erheblich, insbesondere bei Herzinsuffizienzpatienten. Während medikamentöse Standardtherapien die Basis der Behandlung bilden, gewinnen minimalinvasive Ansätze wie die transkatheterbasierte Mitralklappenrekonstruktion (M‑TEER) zunehmend an Bedeutung. Die Wirksamkeit dieser Verfahren hängt entscheidend von einer präzisen Patientenselektion ab, wie aktuelle Studien verdeutlichen. Zudem zeigt sich, dass interventionelle Verfahren bei Hochrisikopatienten oft sicherer und effektiver sind als chirurgische Eingriffe.



Publication History

Article published online:
05 February 2025

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