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DOI: 10.1055/s-0029-1235885
© 1990 by Georg Thieme Verlag, Stuttgart
Wandel in der Einschätzung des Traumas in Chirurgie und innerer Medizin am Beispiel der Behandlung des Gallenblasensteins
Publication History
Publication Date:
20 August 2009 (online)

Resümee
Während in der Chirurgie die Verkleinerung des Operationstraumas angestrebt wird, werden die konservativen, nicht-operativen Behandlungsmethoden zunehmend invasiver. Die Chirurgie würde gegen ihre Prinzipien verstoßen, würde sie durch das verkleinerte Trauma an Leistungsfähigkeit einbüßen. Andererseits kann nicht-operatives Vorgehen nur so lange an Effektivität zulegen, als die wachsende Invasivitäat vom Risiko her zu vertreten ist. Die konservativen und operativen Disziplinen haben sich, von entgegengesetzten Richtungen kommend, einander angenähert, stonen aber auch an Grenzen, die von der Anatomie und der Technik vorgegeben sind. Beide sind jedoch in gleicher Weise anhand ihrer Zielkriterien, Risiken und Ergebnisse zu beurteilen. Eine vergleichende Analyse der nichtoperativen Verfahren und der operativen Maßnahmen durch prospektive randomisierte Studien steht bisher noch aus. Kritische Indikationsstellung vorausgesetzt, wären im operativen Bereich Vergleiche zwischen laparoskopischer Technik, minimal invasiver Chirurgie und konventioneller Chirurgie von besonderem Interesse.
Die langfristige Entwicklung hat gezeigt, daß die konventionelle Cholezystektomie bei unkomplizierter Cholezystolithiasis mit einer chirurgischen Morbidität von unter 1 % und einer Letalitat von 0% (über 65 Jahre: 1.5% bzw. 3%) (14) ein ideales Verfahren ist, um Steinfreiheit zu erreichen. Nach wie vor müssen sich alle Methoden zur Behandlung des Gallenblasensteins am «Goldstandardc» der Cholezystektomie messen lassen. Welches nicht-operative Verfahren auch immer eingesetzt wird, im Falle des Scheiterns oder bei Komplikationen besteht jederzeit die Möglichkeit, die Gallenblase sofort anschließend oder auch spater operativ zu entfernen.