Tragen Ski- und Snowboardfahrer einen Helm, reduzieren sie das Risiko, sich am Kopf zu verletzen. Die Vermutung, dass Wintersportler mit Kopfschutz gefährdeter sind, HWS-Verletzungen zu erleiden, ist dagegen nicht belegt.
Zu diesem Ergebnis gelangten Michael Cusimano und Judith Kwok von der Universität Toronto, Kanada, in einem systematischen Review. In den wichtigsten elektronischen Datenbanken fanden sie 45 Studien, die den Gebrauch eines Helmes bei Alpinsportlern in Bezug auf Kopf-, Nacken- und Halswirbelsäulenverletzungen untersuchten. Zehn davon erfüllten die Einschlusskriterien. Die Autoren erkannten, dass Ski- und Snowboardfahrer mit dem Tragen eines Helms ihr Risiko für Kopfverletzungen um 15–60 % vermindern konnten. Auch die Gefahr, nach einem Sturz bewusstlos zu werden, sank signifikant. Der Nutzen von Helmen wurde zudem dadurch bestätigt, dass von denjenigen, die aufgrund eines Ski- oder Snowboardunfalls verstorben waren, nur wenige einen Helm getragen hatten. Für die Annahme, das Tragen eines Skihelmes berge aufgrund der biomechanischen Verhältnisse von Kopf zu Körper ein erhöhtes Risiko für Nacken- oder Halswirbelsäulenverletzungen, fanden die Forscher bei ihrer Recherche keinen Beweis.
Obwohl Cusimano und Kwok bemängeln, dass sie keine qualitativ hochwertigen Studien in ihre Arbeit einbeziehen konnten, empfehlen sie Wintersportlern dennoch, einen Helm zu tragen.
ne
Br J Sports Med 2010; 44: 781–786