Klin Monbl Augenheilkd 2012; 229(1): 16-20
DOI: 10.1055/s-0031-1281849
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© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Kongenitale Ptosis

Congenital Ptosis
H. Hübner
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Publication History

06 October 2011

24 October 2011

Publication Date:
12 January 2012 (online)

Zusammenfassung

Der kongenitalen Ptosis liegt eine genetisch bedingte Dystrophie des Levatormuskels zugrunde. Dies führt in unterschiedlichem Ausmass zu einer eingeschränkten Lidhebung sowie aufgrund fibrotischer Veränderungen zu einem Zurückbleiben des Oberlids beim Abblick (lid lag). Am häufigsten kommt die sog. einfache Form vor, bei welcher der dystrophische Prozess auf den Lidhebermuskel beschränkt ist, während bei der komplizierten Form zusätzliche Veränderungen hinzu treten wie Fibrose der äußeren Augenmuskeln, Synkinesien oder Lidanomalien. Oberstes Ziel der Behandlung muss die Verhütung einer Amblyopie sein, insbesondere durch eine Okklusionsbehandlung oder eine Frühoperation. Da die Ptosis nicht selten mit Refraktionsfehlern oder Stellungsanomalien einhergeht, ist eine diesbezügliche diagnostische Abklärung bei jeder kongenitalen Lidsenkung unerlässlich. Für die operative Lidhebung wurden zahlreiche Verfahren entwickelt, wobei sich das Operationsprinzip vor allem nach dem Grad der Ptosis, dem Ausmaß der Levatorfunktion sowie den evtl. vorhandenen Begleitveränderungen zu richten hat.

Abstract

Simple congenital ptosis is the most common form, characterised by fatty dystrophy and fibrosis of the levator muscle, which leads to a restricted elevation in upgaze and a lid lag in downgaze. In the complicated form additional changes will be found: fibrosis of extraocular muscles, synkinesia or anomalies of the lids. Moreover, congenital ptosis is relatively often associated with refractive errors and/or disturbance of the binocular vision. Therefore a careful examination is necessary. Therapeutic management includes first prevention of amblyopia either by occlusion or by early surgical intervention. The choice of operation depends on the grade of ptosis, the actual levator function and the presence of lid anomalies as well.