Zusammenfassung
Hintergrund:
Ein gezieltes Monitoring durch die Analyse von Trends liefert wichtige Informationen über den langfristigen Verlauf zentraler Outcomeparameter für die Gesundheit. Für Deutschland liegen derzeit keine verlässliche Trenddaten zur gesundheitlichen Situation junger Menschen vor.
Methode:
Die vorliegenden Auswertungen basieren auf den deutschen Trenddaten der Health Behaviour in School-aged Children (HBSC) Studie. Ausgewertet wurden die Daten einer repräsentativen Stichprobe 11-, 13- und 15-jähriger Schülerinnen und Schüler aus 2002 (N=5 650), 2006 (N=7 274) und 2010 (N=5 005). Einem Vergleich der deutschen Trenddaten mit den internationalen HBSC-Daten aus 2002, 2006 und 2010 für die subjektive Gesundheit, Lebenszufriedenheit und gesundheitliche Beschwerden folgte eine nähere Beschreibung der Trendverläufe für die deutschen Daten mittels einer logistischen Regression.
Ergebnisse:
Insgesamt schätzen die Kinder und Jugendlichen in Deutschland ihre Gesundheit positiv ein. Dies wurde auch durch den Vergleich mit den internationalen Daten noch mal bestätigt. Die Betrachtung des gesamten Zeitraumes (2002 bis 2010) zeigte, dass sich das Gesundheitsniveau für deutsche Schülerinnen und Schüler in dieser Zeit tendenziell verbessert hat. So zeigte sich eine Verbesserung in der selbsteingeschätzten Gesundheit und die Prävalenz multipler wiederkehrender Gesundheitbeschwerden nahm ab. Unabhängig vom Erhebungsjahr zeigten die Mädchen und ältere Jugendliche die höchsten Einschränkungen in ihrer Gesundheit.
Schlussfolgerungen:
Trendanalysen leisten einen wichtigen gesundheitspolitischen Beitrag in dem sie die gesundheitliche Lage im Verlauf abbilden und darüber hinaus wichtige Hinweise über die langfristige Auswirkung von Maßnahmen auf der Makroebene (z. B. nationale Gesundheitsmaßnahmen und Interventionen) auf die Kindergesundheit liefern.
Abstract
Background:
The monitoring of health through the analysis of trends provides important information on the long-term development of key outcome parameters for health. Currently, Germany does not have any reliable data on trends in the health situation of young people.
Methods:
The presented results are based on the German trend data from the Health Behaviour in School-aged Children (HBSC) Study. Data were analysed for a representative sample of 11-, 13- and 15-year-old school children from 2002 (N=5 650), 2006 (N=7 274) and 2010 (N=5 005). First, a comparison between German and international HBSC trend data was conducted for subjective health, life satisfaction and health complaints in 2002, 2006 and 2010. Next, a logistic regression was calculated to further describe the trends for these outcomes in the German data set.
Results:
Overall, children and adolescents in Germany report good health. The comparison with the international data further supports this finding. Detailed analyses of trends showed that the health level generally improved between 2002 and 2010 for German children. In particular, better subjective health and lower rates of multiple recurrent health complaints were reported. Irrespective of the survey year, girls and older adolescents reported the highest level of health impairment.
Conclusions:
Trend analyses contribute towards health politics not only by providing information on the health situation across time, but also by pointing out the long-term effects of measures at the macro level (such as national health programmes, interventions) on children’s health.
Schlüsselwörter subjektive Gesundheit - Lebenszufriedenheit - Gesundheitsbeschwerden - Kinder und Jugendliche - HBSC
Key words subjective health - life satisfaction - health complaints - children and adolescents - HBSC