Zusammenfassung
Zentralvenöse Zugangswege werden mit zunehmender Häufigkeit in der Therapie
akuter und chronischer Erkrankungen eingesetzt. Katheterassoziierte
Thrombosen und thrombotische Katheterokklusionen sind häufige
Komplikationen, insbesondere wenn Portkatheter für langfristige Therapien
eingesetzt werden. Diese Übersichtsarbeit beschäftigt sich vorzugsweise mit
dem optimalen Umgang mit diesen Komplikationen. Risikofaktoren für
katheterassoziierte Thrombosen sind eine Fehllage der Katheterspitze, eine
maligne Grunderkrankung und eine Hyperkoagulabilität. Thrombosen treten vor
allem im Zusammenhang mit Katheterinfektionen auf; Lungenembolien in der
Akutphase und ein postthrombotisches Syndrom im Langzeitverlauf kommen
ebenfalls vor. Am häufigsten wird heutzutage die farbkodierte
Duplexsonografie zur Diagnose katheterassoziierter Thrombosen eingesetzt,
die am häufigsten die V. subclavia betreffen. Die Therapie besteht in der
Regel in der Einleitung einer volltherapeutischen Antikoagulation, die für
eine Dauer von mindestens 3 Monaten beziehungsweise länger durchgeführt
wird, wenn der Katheter für die Fortführung einer Therapie belassen wird.
Für die Prävention katheterassoziierter Thrombosen ist die korrekte Lage der
Katheterspitze in der proximalen V. cava superior von Bedeutung.
Regelmäßiges Spülen des Katheters mit Kochsalzlösung oder unfraktioniertem
Heparin beugt einer Katheterokklusion vor. Der primärpräventive Einsatz von
Antikoagulanzien zur Verhinderung von Thrombosen kann zum jetzigen Zeitpunkt
nicht empfohlen werden.
Abstract
Central venous catheters (CVCs) are important tools in the care of patients
with acute or chronic diseases, but catheter-related thrombosis and
thrombotic occlusions are frequent complications, especially if CVCs are
implanted for long-term use. In this review we focus on the management of
these complications. Risk factors for catheter-related thrombosis include
dislocation of the catheter tip, the presence of malignant disease and
hypercoagulability. Catheter-related thrombosis is associated with catheter
infection, pulmonary embolism and post-thrombotic syndrome. Catheter-related
thromboses which most frequently involve the subclavian vein are usually
diagnosed by duplex ultrasound examination and treated with anticoagulation
therapy for a minimum of three months or longer if the catheter is left in
place. Prevention of catheter-related thrombotic complications includes
proper positioning of the CVC with the catheter tip lying in the proximal
superior vena cava and regular flushing of the catheter with saline solution
or unfractionated heparin. The use of anticoagulants for primary prevention
is currently not recommended.
Schlüsselwörter
Armvenenthrombose - Okklusion - zentralvenöser Katheter - Therapie
Key words
upper extremity deep vein thrombosis - occlusion - central venous catheter - treatment