Zusammenfassung
Anamnese und klinischer Befund: Ein 27-jähriger Patient stellte sich mit akuter Dyspnoe und Anamnese eines respiratorischen Infekts mehrere Wochen zuvor mit konsekutiv progredienter Dyspnoe und thorakalen Beschwerden in der Notaufnahme vor. Es entwickelte sich das klinische Bild eines kardiogenen Schocks mit steigendem Katecholaminbedarf, hohen Laktatwerten und somnolenter Bewusstseinslage.
Untersuchungen: Bei Sinustachykardie im EKG mit unspezifischen Endstreckenveränderungen zeigten sich D-Dimere, Troponin und Transaminasen erhöht, zudem ergaben sich stark erhöhte Entzündungsparameter. Eine Echokardiographie stellte ein global dilatiertes Herz mit höchstgradig eingeschränkter Pumpfunktion beider Ventrikel dar.
Diagnose, Therapie und Verlauf: Unter dem Bild eines protrahierten kardiogenen Schocks konnte in der Koronarangiographie ein akutes koronares Geschehen als Ursache ausgeschlossen werden. Mittels einer Myokardbiopsie wurde zudem die prognostisch ungünstige Diagnose einer Riesenzellmyokarditis ausgeschlossen. Der umgehende Anschluss einer extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) mit einer Pumpleistung von ca. 5 Litern pro Minute ermöglichte die hämodynamische Stabilisierung und den Erhalt beziehungsweise die rasche Wiederherstellung der Organfunktionen.
Folgerung: Mit einer alleinigen Katecholamintherapie kann häufig keine dauerhafte Stabilisierung eines Patienten im protrahierten kardiogenen Schock erreicht werden, ebenso lässt sich ein Multiorganversagen oft nicht verhindern. Die Implantation eines Assist-Device ermöglicht ein „bridging-to-recovery“ bzw. ein „bridging-to-transplant“ bei kritisch kranken Patienten mit kardiogenem Schock. Die anschließende engmaschige Betreuung in einer spezialisierten Herzinsuffizienzambulanz ermöglicht eine regelmäßige Überprüfung der kardialen Situation und der therapeutischen Konzepte.
Abstract
History and admission findings: A 27-year-old man presented with acute dyspnea and a previous respiratory tract infection with progressive dyspnoea and chest pain over 2 weeks. Clinical findings revealed severe cardiac failure with development of cardiogenic shock and need for adrenergic drug therapy for circulatory support.
Investigations: The electrocardiogram showed a sinus tachycardia with unspecific T-wave-inversions, the echocardiogram revealed a dilated left ventricle and severely reduced systolic LV-function. An acute coronary syndrome could be excluded by coronary angiogram.
Treatment and course: A myocardial biopsy was taken to exclude giant cell myocarditis. The immediate initiation of a mechanical circulatory support by an Extracorporal Membrane Oxygenator (ECMO) facilitated rapid hemodynamic stabilization and recovery of organ function.
Conclusions: A drug-only circulatory support very often does not enable stabilization of a patient in progressive cardiogenic shock and cannot prevent multiorgan dysfunction. Therefore implantation of an assist device facilitates a „bridging-to-recovery“ or a „bridging-to transplant“ concept in critically ill patients presenting with cardiogenic shock. The bridging also allows for reviewing etiology and evaluation of further treatment options. In case of recovery continuous care in a specialized Heart Failure Clinic can help to maintain the clinical status and offer frequent reevaluation of cardiac status and therapeutic concepts.
Schlüsselwörter
Kardiogener Schock - Assistdevice
Keywords
cardiogenic shock - assist device