Zusammenfassung
Zielsetzung: Die wirtschaftliche Situation vieler Vertragsärzte in Deutschland ist derzeit unter Druck und kann möglicherweise durch eine Zusammenarbeit in einem MVZ verbessert werden. Die Aufteilung der Erlöse kann aber ein Konfliktpotenzial darstellen. Der vorliegende Beitrag untersucht den Zusammenhang der Gewinnverteilungsmethode und der Zusammenarbeit in Vertragsarzt- MVZs.
Methodik: Die Untersuchung erfolgt einerseits aus theoretischen Gesichtspunkten der Spieltheorie und aufgrund von 7 problemzentrierten Interviews mit niedergelassenen Vertragsärzten, die Gesellschafter medizinischer Versorgungszentren sind. Die Interviews wurden jeweils anhand der Tonbandaufzeichnungen transkribiert und durch Zusammenfassung, Explikation und Strukturierung ausgewertet.
Ergebnisse: In beinahe allen befragten MVZs werden die Gewinne nicht aufgrund interner Rechnungskreise, sondern nach einem festen Schlüssel verteilt. Ein wesentlicher Grund, der für diese Gewinnverteilungsmethode angeführt wird, ist die Befürchtung, dass die Zusammenarbeit gestört wird, wenn die Leistung des Einzelnen in den Vordergrund gestellt wird. Ein weiterer Grund wird darin gesehen, dass die Leistungen der verschiedenen Fakultäten ineinander greifen, sodass eine Beurteilung einer Einzelleistung nur schwer möglich ist.
Schlussfolgerung: Durch eine Gewinnverteilung, die nicht nach Leistungskriterien sondern nach festen Verteilungsschlüsseln erfolgt, steht ein gemeinsames Ziel, von dem alle profitieren, im Vordergrund.
Abstract
Aim: In Germany, the economic situation of many SHI physicians is under pressure since many years. Probably, this could be improved by means of cooperation, e. g. within a Medical Service Unit (MSU). However, the profit sharing agreements within an MSU can be a risky having conflicts. The present paper investigates attitudes towards profit sharing within those organizations.
Method: After discussing theoretical implications from game theory, the present paper draws on seven problem-centered interviews of SHI physicians within MSUs. The interviews are recorded, transcribed, summarized, explicated and structured.
Results: In nearly all investigated cases, the profits were not shared on turnover but on a fixed percentage. According to game theory, there is the fear of disturbing cooperative behaviour and promoting egocentrism when doing not so. Another main reason mentioned are the difficulties valuing interrelated services rendered.
Conclusion: Put in a nutshell, cooperation is assisted by means of having shared visions and a fixed income distribution.
Schlüsselwörter
Medizinisches Versorgungszentrum - Kooperation - Gewinnverteilung - Deutschland
Key words
Medical Service Unit - cooperation - profit distribution - Germany