Influenzaviren der Gruppe A/H7 sind hauptsächlich an Vögel adaptiert, jedoch gab es
in der Vergangenheit einige einzelne Fälle, bei denen auch Menschen an diesen typischen
Vogelgrippeviren erkrankten. Im März dieses Jahres wurde in China nun erstmals ein
humaner Fall gemeldet, der durch eine Variante des A/H7N9-Influenzavirus hervorgerufen
wurde. Innerhalb der nächsten 11 Wochen erkrankten mindestens 130 weitere Menschen.
Bei den meisten der gemeldeten Fälle nahm die Erkrankung einen schweren Verlauf. Bis
Mitte Mai waren 35 Personen an den Folgen der Infektion verstorben.
Zunächst waren die Fälle auf den Osten des Landes beschränkt, betroffen waren ausschließlich
Shanghai und die angrenzenden Provinzen Anhui, Jiangsu und Zhejiang. Seit Mitte April
wurden aber auch aus weiteren östlichen, zentralen und nördlichen Regionen Chinas
erste Fälle gemeldet. Ein Fall wurde nach Taiwan importiert.
Die Übertragungswege der Krankheit geben nach wie vor Rätsel auf: Es gibt bisher keine
Hinweise darauf, dass das Virus von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Jedoch
scheinen auch etwa ein Viertel der Erkrankten keinerlei Kontakt zu Vögeln gehabt zu
haben.
Interessanterweise handelt es sich bei ungewöhnlich vielen Betroffenen um ältere Männer
(71 % männlich, 63 % über 60 Jahre) – ganz entgegen dem Bevölkerungsdurchschnitt.
Eigentlich dominieren in China die jungen und mittleren Altersgruppen und bei den
Älteren gibt es deutlich mehr Frauen als Männer.
Seit Anfang Mai scheint die Zahl der Neuinfektionen zu sinken. Ob dies auf ein effizientes
Krisenmanagement der chinesischen Regierung (etwa durch Schließung der Geflügelmärkte)
zurückzuführen ist, oder aber saisonal bedingt ist, lässt sich derzeit noch nicht
abschätzen. Möglicherweise spielen beide Faktoren eine Rolle.
Die neue H7N9-Variante, aufgenommen mit dem Transmissionselektronenmikroskop (TEM).
Quelle: Centers for Disease Control and Prevention (CDC)/Cynthia S. Goldsmith and
Thomas Rowe
Dr. Raymund Lösch und Dipl. Biol. Unn Klare, Bad Doberan
Quellen: promed, WHO